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Ladybird

Aus wiki.archlinux.de

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Ladybird auf dem Stand von Commit 4d27e9aa zeigt die Wiki-Startseite an

Ladybird ist ein aktuell in der Entwicklung befindlicher alternativer Webbrowser. Der Browser wird von Grund auf neu entwickelt, ist also kein Fork eines bestehenden Browsers, basiert nicht auf Chromium, und auch nicht auf Firefox oder der WebKit-Rendering-Engine.

Aktuell befindet sich das Projekt in einem Pre-Alpha-Status und ist vor allem für Leute gedacht, die sich an der Entwicklung des Browsers und der Rendering-Engine beteiligen wollen. Die Entwickler planen, im Laufe des Jahres 2026 eine Alpha-Version für die Allgemeinheit zum testen bereitzustellen.

Installation

Sowohl die normale Version als auch die Git-Version werden für die Installation kompiliert. Das kompilieren der Nicht-Git-Variante ist einfacher, da es keine AUR-Abhängigkeiten hat, ist aber eventuell nicht immer auf dem neuesten Stand.

Da das Kompilieren in beiden Fällen sehr umfangreich ist, kann es sein, dass bei Verwendung eines AUR-Hilfsprogramms der Platz auf /tmp nicht ausreicht. Vor der Installation sollte also sichergestellt werden, dass ausreichend Platz (ca. 12 Gigabyte) verfügbar ist.


Ladybird (Git) ist als ladybird-gitAUR im AUR verfügbar, und kann von dort zum Beispiel mit einem der AUR Hilfsprogramme installiert werden.

# Ladybird (Git) an sich
pakku -S ladybird-git

# … oder alternativ die Nicht-Git-Version
pakku -S ladybird

Bei der Verwendung von AUR-Hilfsprogrammen ist zu beachten, dass Pakete niemals „blind“ installiert werden sollten. Vor dem Installieren sollten die Kommentare im AUR gelesen, und das PKGBUILD geprüft werden.

Ladybird wird mittels Ladybird (mit großem L) gestartet.

Besonderheiten

Die Idee, einen Browser zu entwickeln, entstand innerhalb des SerenityOS-Projektes. Seit 2024 ist Ladybird unabhängig von diesem.

Der Fokus der Entwickler des Browsers liegt vollständig auf dem Browser, und darauf, eine Standardkonforme, unabhängige, offene Rendering-Engine zu entwickeln, ohne dabei auf bestehende Rendering-Engines zurückzugreifen oder Code von diesen zu übernehmen.

Ladybird finanziert sich vollständig durch Sponsoren, die sowohl Privatpersonen als auf Firmen sein können, wobei Sponsoren keinerlei Mitspracherecht über die technische oder administrative Ausrichtung des Browsers bzw. des Management-Boards haben.

Konfiguration

Ladybird hat derzeit nur wenig Konfigurationsmöglichkeiten. Die gängigen vom Benutzer setzbaren Optionen lassen sich über das Menü „Edit → Settings“ oder about:settings einstellen, und orientieren sich am gängigen Design anderer Browser. Weitere Optionen lassen sich über das Menü „View“ einstellen auch im Menü „Debug“ finden sich Optionen.

Nicht alle Optionen werden dauerhaft gespeichert. Die Optionen die gespeichert werden, finden sich in ~/.config/Ladybird/ in den Dateien Settings.json und Ladybird.json.

Aus historischen Gründen wird beim Starten – sofern sie nicht existiert – die Datei BrowserContentFilters.txt angelegt, die eine einfache Filterliste für Pfade und URLs ist, für die der Aufruf blockiert werden soll. Einige der Einträge auf der Liste könnten veraltet oder zu streng sein. Um uneingeschränkt testen zu können, sollte die Datei geleert aber nicht gelöscht werden.

Derzeit nutzt Ladybird ein zweckmäßiges QT-basierendes GUI. Sollte die Schrift auf Bildschirmen mit hoher DPI-Zahl nicht gut lesbar sein, kann man mittels Umgebungsvariable die Schrift insgesamt vergrößern:

QT_FONT_DPI=140 Ladybird

Zusätzlich kann in den Einstellungen auf about:settings der Standard-Zoom eingestellt werden, dies betrifft allerdings nur den gerenderten Seiteninhalt.

Die Menüzeile, zum Beispiel für den schnellen Zugriff auf das „Debug“-Menü kann man in Ladybird.ini einstellen.

[General]
show_menubar=true

Die Option ist auch über das Menü „View → Show Menubar“ einstellbar.

Verwendung/Testen

Das Debug-Menü von Ladybird auf dem Stand von Commit 4d27e9aa

Es ist sinnvoll beim testen von Ladybird, diesen aus einem Terminal heraus zu starten. Alle beim testen erzeugen Dumps werden auf STDOUT geschrieben. Auch sämtliche Warnungen und Fehlermeldungen der Rendering-Engine landen dort.

Meldung beim Aufruf einer Internetseite die ServiceWorker nutzt.

114472.444 WebContent(398801): Unhandled JavaScript exception (in promise): [InternalError] TODO(Run Service Worker is not implemented in LibJS)

Über das „Debug“-Menü lassen sich diverse Dumps erzeugen. Über „Dump Cookies“ bekommt man für alle aktuell angenommenen Cookies deren Inhalt und Metadaten aufgelistet.

flarum_session - forum.archlinux.de - /
	Value = *********** [ID anonymisiert]
	CreationTime = 2025-12-29 04:37:10 CET
	LastAccessTime = 2025-12-29 05:26:34 CET
	ExpiryTime = 2025-12-30 05:26:33 CET
	Secure = true
	HttpOnly = true
	HostOnly = true
	Persistent = true
	SameSite = Strict

Im Beispiel also der Cookie fürs Forum.

Devtools

Ladybird unterstützt das von Firefox verwendete DevTools-Protokoll. Man kann also die von Firefox bekannten Funktionen verwenden, um Webseiten zu debuggen. Hierzu aktiviert man in Ladybird über „Inspect → Enable DevTools“ die DevTools-Schnittstelle, und fügt diese in Firefox hinzu:

  1. Im Menü „Weitere Werkzeuge → Externes Debugging“ (about:debugging)
  2. Bei „Netzwerkadresse“ localhost:6000 angeben und auf „Hinzufügen“ klicken
  3. In der Leiste rechts taucht nun die neu hinzugefügte Adresse auf

Nach der Verbindung mit der Adresse kann man nun den Inspektor für die einzelnen Tabs öffnen (F5 zum aktualisieren der Tabliste, wenn in Ladybird ein neues Tab geöffnet wurde). Es kann vorkommen, dass nicht alle Funktionen unterstützt werden. Dies wird in Firefox dann entsprechend angezeigt.