X: Unterschied zwischen den Versionen

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(→‎Ohne Login automatisch ausführen: warum zur hölle sollte man die ausgaben von X nach /dev/null leiten?)
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Das ''X window system'', auch ''X'' oder ''X11'' genannt, stellt unter Linux und anderen UNIX-artigen Betriebssystemen die grafische Oberfläche bereit. Die unter Linux wohl am meist genutzte Implementierung ist ''X.org''.
X, auch X11 genannt, ist meistens die grafische Oberfläche unter Linux und UNIX-artigen Betriebsystemen.


==Installation==
==Installation==
''X.org'' wird mittels
# pacman -S xorg xorg-server xorg-xinit
installiert. Diese Paketgruppe enthält die nötigsten Pakete.


Xorg installieren wir durch
Anschließend sollte der Treiber für die Grafikkarte installiert werden. Es stehen folgende zu Verfügung:
 
pacman -S xorg
 
Jetzt sollte der Treiber für die Grafikkarte installiert werden. Es stehen folgende zur Verfügung:


  xf86-video-apm
  xf86-video-apm
Zeile 27: Zeile 25:
  [[Nvidia#Open Source Treiber|xf86-video-nv]]
  [[Nvidia#Open Source Treiber|xf86-video-nv]]
  [[Nvidia#Open Source Treiber|xf86-video-nouveau]]
  [[Nvidia#Open Source Treiber|xf86-video-nouveau]]
xf86-video-openchrome
  [[ATI#Open Source Treiber|xf86-video-radeonhd]]
  [[ATI#Open Source Treiber|xf86-video-radeonhd]]
  xf86-video-rendition
  xf86-video-rendition
Zeile 38: Zeile 37:
  xf86-video-trident
  xf86-video-trident
  xf86-video-tseng
  xf86-video-tseng
  xf86-video-unichrome
  xf86-video-unichrome (obsolet, instabil, unmaintained)
  xf86-video-v4l
  xf86-video-v4l
  xf86-video-vesa
  xf86-video-vesa
Zeile 46: Zeile 45:
  xf86-video-voodoo
  xf86-video-voodoo


Dieser wird mit
Nachdem der Treiber oder die Treiber ausgewählt worden sind, mit
  pacman -S xf86-video-<Treiberpaket>
  pacman -S xf86-video-<Treiberpaket>
installiert. Der Treiber "xf86-video-vesa" sollte im Regelfall immer funktionieren,  bietet aber nur wenige Funktionen und ist äußerst langsam.
installieren.  


Für NVIDIA bzw. ATI Grafikkarten gibt es außerdem properitäre Treiber, die volle 3D-Unterstützung bieten:
Der Treiber ''xf86-video-vesa'' sollte immer funktionieren,  bietet aber nur wenige Funktionen und ist äußerst langsam. Er ist also eher eine Notlösung, falls der eigentliche Treiber nicht funktioniert.
* '''[[Nvidia#Properitärer Treiber|Nvidia]]'''
 
* '''[[ATI#Properitärer Treiber|ATI]]'''
Weitere Informationen zur Installation der Treiber von ''AMD/ATI'', ''Intel'' und ''Nvidia'' befinden sich in eigenen Beiträgen:
* [[ATI]]
* [[Intel]]
* [[Nvidia]]


==Konfiguration==
==Konfiguration==
{{Hinweis|Die Konfigurationsdatei ''xorg.conf'' ist nicht mehr zwingend notwendig, da X alles darin enthaltene automatisch erkennen sollte.}}
''X.org'' wird über die Dateien in
X.org wird über die Datei '''/etc/X11/xorg.conf''' konfiguriert. Sie ist notwendig, falls proprietäre Treiber verwendet werden, erweiterte Einstellungen vorgenommen werden, oder die Eingabegeräte auf herkömmliche Weise [[#Tastaturlayout|konfiguriert werden sollen]].
/etc/X11/xorg.conf.d/
konfiguriert.


===xorg.conf erstellen===
Eine komplette Konfigurationsdatei wie bis zum X-Server 1.7 unter ''/etc/X11/xorg.conf'' ist nicht mehr notwendig.  
Sollte die xorg.conf dennoch nötig sein, einfach


  X -configure
Jetzt können unter ''/etc/X11/xorg.conf.d/'' verschiedene Dateien mit der Endung ''*.conf'' angelegt werden z.B. für die Maus und Tastatur. Die Konfigurationsdateien werden alphabetisch eingelesen, was ermöglicht eine Einstellung mit einer später folgenden Datei zu überschreiben.


als root ausführen und die Datei, die als Basis für weitere Einstellungen dienen kann, nach ''/etc/X11'' kopieren.
===Eingabegeräte===
Eingabegeräte lassen sich mittels ''InputClasses'' konfigurieren. Sie beziehen sich nicht auf ein einzelnes Gerät sondern auf eine ganze Klasse von Geräten. Dazu wird eine ''Section "InputClass"'' angelegt, in der mittels ''matches'' festgelegt wird, auf welche Geräte die nachfolgenden Einstellungen zutreffen sollen.


  mv /root/xorg.conf.new /etc/X11/xorg.conf
Soll lediglich ein deutsches Tastaturlayout eingestellt werden, befinden sich im Beitrag [[Arch_Linux_auf_Deutsch_stellen|Arch Linux auf deutsch stellen]] weitere Informationen dazu.


===Einstellungen===
Dieses Beispiel weist allen Tastaturen ein deutsches Tastaturlayout zu:
 
Section "InputClass"
====Monitor Sektion:====
        Identifier "system-keyboard"
 
        MatchIsKeyboard "on"
'''Horizontal Sync einstellen'''
        Option "XkbLayout" "de"
 
        Option "XkbVariant" "deadgraveacute"
  HorizSync      30,0 - 82,0
EndSection


'''Refresh Rate'''
Und wird z.B. unter ''/etc/X11/xorg.conf.d/00-keyboard.conf'' abgespeichert.


  VertRefresh    56,0 - 76,0
Es lassen sich auch mehrere ''Match*'' Option verwenden, um die Geräteklasse genauer anzugeben. Folgende Optionen sind verfügbar:


====Screen Sektion:====
{| {{prettytable}}
|style="width:30%;background-color:#E5E5E5"|'''Option'''
|style="width:70%;background-color:#E5E5E5"|'''Beschreibung'''
|-
|MatchIsPointer, MatchIsKeyboard, MatchIsTouchpad, MatchIsTouchscreen, MatchIsJoystick
|trifft auf die jeweiligen Geräte zu
|-
|MatchProduct "foo<nowiki>|</nowiki>bar"
|trifft auf alle Geräte zu, deren Name ''foo'' oder ''bar'' enthält
|-
|MatchVendor "foo<nowiki>|</nowiki>bar"
|trifft auf alle Geräte zu, deren Herstellername ''foo'' oder ''bar'' enthält
|-
|MatchDevicePath "/dev/input/event*"
|trifft auf alle Geräte zu, deren Pfad mit ''/dev/input/event'' beginnen
|-
|}


'''Farbtiefe'''
Die Optionen für die jeweiligen Treiber finden sich in den Manpages.


  Depth 24
z.B.
man xorg.conf


'''Auflösung'''
Eine Möglichkeit um die ''MatchProduct'' und ''MatchVendor'' anzuzeigen ist
  udevadm info --export-db | grep  -Ew "(NAME|ID_VENDOR)"


  Modes "1280x1024" "1024x768" "800x600"
===TCP Port 6000 schließen===
Standardmäßig startet X auf dem TCP Port 6000. Um dies zu unterbinden muss die Option ''-nolisten tcp'' in der Datei ''/usr/bin/startx'' zu der Variablen ''defaultserverargs'' hinzugefügt werden.
defaultserverargs="-nolisten tcp"


====Device Sektion:====
Falls X per kdm gestartet wird, scheint das ''startx'' Script nicht ausgeführt zu werden.


'''Grafiktreiber'''
In diesm Fall muss die Option ''-nolisten tcp'' in der Datei ''/usr/share/config/kdm/kdmrc'' zu der Variablen ''ServerCmd'' hinzugefügt werden.
ServerCmd=/usr/bin/X -br -nolisten tcp


  Driver "radeon"
Die -br Option bewirkt, dass X mit einem schwarzen root-Fenster startet. Weitere Optionen des X Servers findet man auf der man page.
  man Xserver


====Tastaturlayout====
Nutzt man keinen [[Login-Manager]] um X zu starten und will ''/usr/bin/startx'' nicht verändern, kann man die Option(en) auch als Parameter angeben.
 
  startx -- -nolisten tcp
Ist die [[evdev|Autoerkennung der Eingabegeräte]] nicht gewünscht oder funktioniert nicht richtig, kann diese deaktiviert werden. Dazu muss zunächst der Tastaturtreiber installiert werden
 
pacman -S xf86-input-keyboard
 
und die ''xorg.conf'' editiert werden.
 
Section "ServerFlags"
    Option "AutoAddDevices" "false"
    Option "AutoEnableDevices" "false"
EndSection
 
Das Tastaturlayout kann nun in der xorg.conf konfiguriert werden. Dazu müssen in der xorg.conf die Einträge XkbLayout und XkbVariant angepasst werden.
 
  Section "InputDevice"
Identifier    "Keyboard0"
Driver        "keyboard"
Option        "XkbLayout" "de"
Option        "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection


Ab Xorg Version 1.8 kann dieser auch ohne eine xorg.conf mittels evdev Geräte erkennen. Daher sollte es für die meisten Benutzer ausreichend sein, um ein deutsches Tastaturlayout zu haben, eine Konfigurationsdatei unter etc/X11/xorg.conf.d/de.conf mit folgendem Inhalt anzulegen:
Dies ist jedoch nur notwendig, wenn ''startx'' mit weiteren Optionen aufgerufen wird. Werden keine Optionen übergeben, so liest X die Datei ''/etc/X11/xinit/xserverrc'' bzw ''~/.xserverrc''.


Section "InputClass"
Der erste Abschnitt ''-nolisten tcp'' ist unter Archlinux bereits eingetragen.
        Identifier "keyboard"
        MatchIsKeyboard "yes"
        Option "XkbLayout" "de"
        Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection


==Xorg starten==
==Xorg starten==
{{Hinweis|Damit die automatische Erkennung von Eingabegeräten funktoniert muss [[HAL]] als Daemon aktiviert sein.}}
Gestartet wird der ''X.org'' über ''/usr/bin/startx'' oder per [[Login-Manager]]. Bei der startx-Methode gibt es mehrere Möglichkeiten:
Gestartet wird der Xorg über ''/usr/bin/startx'' oder per [[Login-Manager]]. Bei der startx-Methode gibt es mehrere Möglichkeiten:


===Nach Login manuell ausführen===
===Nach Login manuell ausführen===
startx muss nach dem Login manuell ausgeführt werden
''startx'' muss nach dem Login manuell ausgeführt werden:
 
  startx
  $ startx


===Nach Login automatisch ausführen===
===Nach Login automatisch ausführen===
startx wird nach dem Login (auf der 1. Konsole) automatisch ausgeführt. Dazu folgendes am Ende der ~/.bash_profile eintragen:
startx wird nach dem Login (auf der 1. Konsole) automatisch ausgeführt. Dazu folgendes am Ende der ''~/.bash_profile'' eintragen:


  if [ "$(tty)" = "/dev/tty1" ]; then
  if [ "$(tty)" = "/dev/tty1" ]; then
Zeile 149: Zeile 148:
  fi   
  fi   


===Ohne Login automatisch ausführen===
===Mittels automatischem Login ausführen===
startx wird beim Booten automatisch (ohne Login) ausgeführt.
Nebst dem vorherigen Punkt ist folgendes durchzuführen:
Dazu muss die /etc/inittab folgendermaßen angepasst werden:
 
aus
 
id:3:initdefault:
...
x:5:respawn:/usr/X11R6/bin/xdm -nodaemon
 
wird
 
id:5:initdefault:
...
x:5:once:/bin/su USER -l -c "/bin/bash --login -c startx"
 
Wobei USER durch den User der X starten soll ersetzt werden muss.


==TCP Port 6000 schließen==
cp /usr/lib/systemd/system/getty@.service /etc/systemd/system/autologin@tty1.service


Standardmäßig lauscht Xorg auf dem TCP Port 6000. Um dies zu unterbinden muss die Option "-nolisten tcp" in der Datei
In der kopierten Datei folgende Zeile suchen und ändern:
/usr/bin/startx zu der Variablen "defaultserverargs" hinzugefügt werden.
von
ExecStart=-/sbin/agetty --noclear %I
nach
ExecStart=-/sbin/agetty --noclear -a <username> %I 38400


  defaultserverargs="-nolisten tcp"
Wobei ''<username>'' durch den Namen des Benutzers, welcher automatisch angemeldet (und ergo in dessen Benutzerkontext der Xserver gestartet) werden soll, ersetzt werden muss.<br>
Den normalen getty Service deaktivieren:
systemctl disable getty@tty1
Den neuen Service aktivieren:
systemctl enable autologin@tty1


Falls Xorg per kdm gestartet wird scheint das startx script nicht ausgeführt zu werden.
Beim nächsten Neustart wird der Rechner den Benutzer ''<username>'' automatisch auf ''tty1'' anmelden.<br>
In diesm Fall muss die Option "-nolisten tcp" in der Datei /opt/kde/share/config/kdm/kdmrc zu der Variablen "ServerCmd" hinzugefügt werden.
Da dabei die <code>~/.bash_profile</code> (s.o.) ausgeführt wird, wird im folgenden der Xserver gestartet.


  ServerCmd=/usr/bin/X -br -nolisten tcp
===Ohne Benutzerlogin starten===


Die -br Option bewirkt das X mit einem schwarzen root Fenster startet. Weitere Optionen des X Servers findet man auf der man page.
Um den Xserver gänzlich ohne Benutzerlogin zu starten, muss der Xserver als Systemd.service als ''root'' gestartet werden, da die ''rootless'' Funktion des Xservers nur mit einer Login Session (s.o.) funktioniert.
  $ man Xserver


Nutzt man keinen [[Login-Manager]] um X zu starten und will /usr/bin/startx nicht verändern, kann man die Option(en) auch als Parameter angeben.
{{hc|1=/etc/systemd/system/xorg-server.service|2=
[Unit]
Description=Plain X.org server
Conflicts=getty@tty7.service display-manager.service


  $ startx -- -nolisten tcp
[Service]
Type=simple
ExecStart=/usr/bin/Xorg vt7 -nolisten tcp -noreset
Restart=on-failure


Dies ist jedoch nur notwendig, wenn startx mit weiteren Optionen aufgerufen wird. Werden keine Optionen übergeben, so liest X die Datei /etc/X11/xinit/xserverrc bzw ~/.xserverrc. In der ersteren ist unter Archlinux bereits ''-nolisten tcp'' eingetragen.
[Install]
WantedBy=graphical.target}}
Dieses Unit startet den Xserver als ''root'' auf dem virtuellen Terminal Nr. 7 (''vt7'', [Strg]+[Alt]+[F7]).<br>
Entsprechend konfligiert er daher mit ''getty@tty7'' da nur einer der beiden Dienste auf dem entsprechenden Terminal gestartet werden kann.<br>
Sebstredend kann ''vt7'' durch ein anderes Terminal oder ein virtuelles Display ersetzt werden.


==Fehlersuche==
==Fehlersuche==
Bei der Fehlersuche kann es hilfreich sein einen Blick in die Xorg Log Datei zu werfen. Zur besseren Übersicht ist es empfehlenswert nur die Warnungen (WW) und Fehler (EE) anzeigen zu lassen.  
Bei der Fehlersuche kann es hilfreich sein einen Blick in die Xorg Log Datei zu werfen.  


Zur besseren Übersicht ist es empfehlenswert nur die Warnungen (WW) und Fehler (EE) anzeigen zu lassen.
  grep -e WW -e EE /var/log/Xorg.0.log
  grep -e WW -e EE /var/log/Xorg.0.log


==Bekannte Probleme==
==Bekannte Probleme==
===X erkennt keine Eingabegeräte===
Falls beim Start von X keine Eingabegeräte wie Maus und Tastatur erkannt werden, muss [[evdev]] funktionsfähig, der HAL Daemon gestartet, sowie ''xf86-input-evdev'' installiert sein. Sollte es dennoch nicht funktionieren, kann die automatische Erkennung auch  [[#Tastaturlayout|deaktiviert]] werden. Dies sollte aber immer die letzte Notlösung bleiben.
Nach dem Deaktivieren der automatischen Erkennung müssen die Eingabegeräte noch konfiguriert werden.
===X kann ACPI nicht laden===
===X kann ACPI nicht laden===
Steht in /var/log/Xorg.0.log
Steht in /var/log/Xorg.0.log
  (WW) Open ACPI failed (/var/run/acpid.socket) (No such file or directory)
  (WW) Open ACPI failed (/var/run/acpid.socket) (No such file or directory)
so liegt das wahrscheinlich daran, dass kein acpid-Daemon läuft. Diesen durch
 
so liegt das wahrscheinlich daran, dass kein acpid-Daemon läuft.  
 
Damit ACPI läuft muss das Paket installiert werden, mit
  pacman -S acpid
  pacman -S acpid
installieren und in das Daemon-Array der ''/etc/rc.conf'' eintragen.
Anschließend noch den acpid Daemon aktivieren
systemctl enable acpid


===Strg+Alt+Backspace beendet X nicht===
===Strg+Alt+Backspace beendet X nicht===
Die Tastenkombination Strg+Alt+Backspace zum killen des X-Servers ist (seit Version 1.6.1) standardmäßig deaktiviert.
Die Tastenkombination Strg+Alt+Backspace zum sofortigen beenden von X ist standardmäßig deaktiviert.
Um die Tastenkombination zu aktivieren kann man bei aktivierter [[Evdev|Autoerkennung der Eingabegeräte]] jedoch folgendes in die ''/etc/hal/fdi/policy/10-keymap.fdi'' eintragen.
<merge key="input.xkb.options" type="string">terminate:ctrl_alt_bksp</merge>
Ist die Autoerkennung deaktiviert, kann man folgendes zur Tastatur-Section in der xorg.conf hinzufügen.
Option        "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"
Damit sollte man den X-Server wieder mit Strg+Alt+Backspace killen können.


'''Ab Version 1.8''' kommt X ohne HAL aus. Deshalb funktioniert der Eintrag in der ''/etc/hal/fdi/policy/10-keymap.fdi'' nicht mehr.
Um das gewünschte Verhalten zu erhalten, muss
man kann die Tastenkombination aber weiterhin durch
  Option "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"
  Option         "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"
in der Datei /etc/X11/xorg.conf.d/00-keyboard.conf hinzugefügt werden.<br>
aktivieren. Am besten in der empfohlenen Datei für die deutsche Tastaturbelegung.
Section "InputClass"
( /etc/X11/xorg.conf.d/de.conf )
        Identifier "system-keyboard"
        MatchIsKeyboard "on"
        Option "XkbLayout" "de"
        Option "XkbVariant" "deadgraveacute"
        Option "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"
EndSection


==Siehe auch==
==Siehe auch==
*[[Nvidia|Nvidia-Grafikkartentreiber installieren]]
Grafiktreiber:
*[[ATI|ATI-Grafikkartentreiber installieren]]
* [[ATI]]
*[[Intel|Intel-Grafikkartentreiber installieren]]
* [[Intel]]
 
* [[Nvidia]]
 
*[[Synaptics Touchpad Treiber|Synaptics Touchpad Treiber]]
*[[evdev|Autoerkennung der Eingabegeräte (evdev)]]


Treiber für Eingabegeräte:
* [[Synaptics Touchpad Treiber|Synaptics Touchpad Treiber]]


*[[Schriftarten]]
Sonstiges:
*[[Login-Manager]]
* [[Arch_Linux_auf_Deutsch_stellen|Deutsches Tastaturlayout]]
* [[Schriftarten]]
* [[Login-Manager]]


==Weblinks==
==Weblinks==
*[http://www.x.org Xorg Homepage] {{sprache|en}}
* [http://www.x.org Xorg Homepage] {{sprache|en}}


[[Kategorie: X11]]
[[Kategorie: X11]]
[[en:Xorg]]

Version vom 13. Oktober 2020, 18:04 Uhr

Das X window system, auch X oder X11 genannt, stellt unter Linux und anderen UNIX-artigen Betriebssystemen die grafische Oberfläche bereit. Die unter Linux wohl am meist genutzte Implementierung ist X.org.

Installation

X.org wird mittels

# pacman -S xorg xorg-server xorg-xinit

installiert. Diese Paketgruppe enthält die nötigsten Pakete.

Anschließend sollte der Treiber für die Grafikkarte installiert werden. Es stehen folgende zu Verfügung:

xf86-video-apm
xf86-video-ark
xf86-video-ati
xf86-video-chips
xf86-video-cirrus
xf86-video-dummy
xf86-video-fbdev
xf86-video-glint
xf86-video-i128
xf86-video-i740
xf86-video-imstt
xf86-video-intel
xf86-video-mga
xf86-video-neomagic
xf86-video-nv
xf86-video-nouveau
xf86-video-openchrome
xf86-video-radeonhd
xf86-video-rendition
xf86-video-s3
xf86-video-s3virge
xf86-video-savage
xf86-video-siliconmotion
xf86-video-sis
xf86-video-sisusb
xf86-video-tdfx
xf86-video-trident
xf86-video-tseng
xf86-video-unichrome (obsolet, instabil, unmaintained)
xf86-video-v4l
xf86-video-vesa
xf86-video-vga
xf86-video-via
xf86-video-vmware
xf86-video-voodoo

Nachdem der Treiber oder die Treiber ausgewählt worden sind, mit

pacman -S xf86-video-<Treiberpaket>

installieren.

Der Treiber xf86-video-vesa sollte immer funktionieren, bietet aber nur wenige Funktionen und ist äußerst langsam. Er ist also eher eine Notlösung, falls der eigentliche Treiber nicht funktioniert.

Weitere Informationen zur Installation der Treiber von AMD/ATI, Intel und Nvidia befinden sich in eigenen Beiträgen:

Konfiguration

X.org wird über die Dateien in

/etc/X11/xorg.conf.d/

konfiguriert.

Eine komplette Konfigurationsdatei wie bis zum X-Server 1.7 unter /etc/X11/xorg.conf ist nicht mehr notwendig.

Jetzt können unter /etc/X11/xorg.conf.d/ verschiedene Dateien mit der Endung *.conf angelegt werden z.B. für die Maus und Tastatur. Die Konfigurationsdateien werden alphabetisch eingelesen, was ermöglicht eine Einstellung mit einer später folgenden Datei zu überschreiben.

Eingabegeräte

Eingabegeräte lassen sich mittels InputClasses konfigurieren. Sie beziehen sich nicht auf ein einzelnes Gerät sondern auf eine ganze Klasse von Geräten. Dazu wird eine Section "InputClass" angelegt, in der mittels matches festgelegt wird, auf welche Geräte die nachfolgenden Einstellungen zutreffen sollen.

Soll lediglich ein deutsches Tastaturlayout eingestellt werden, befinden sich im Beitrag Arch Linux auf deutsch stellen weitere Informationen dazu.

Dieses Beispiel weist allen Tastaturen ein deutsches Tastaturlayout zu:

Section "InputClass"
       Identifier "system-keyboard"
       MatchIsKeyboard "on"
       Option "XkbLayout" "de"
       Option "XkbVariant" "deadgraveacute"
EndSection

Und wird z.B. unter /etc/X11/xorg.conf.d/00-keyboard.conf abgespeichert.

Es lassen sich auch mehrere Match* Option verwenden, um die Geräteklasse genauer anzugeben. Folgende Optionen sind verfügbar:

Option Beschreibung
MatchIsPointer, MatchIsKeyboard, MatchIsTouchpad, MatchIsTouchscreen, MatchIsJoystick trifft auf die jeweiligen Geräte zu
MatchProduct "foo|bar" trifft auf alle Geräte zu, deren Name foo oder bar enthält
MatchVendor "foo|bar" trifft auf alle Geräte zu, deren Herstellername foo oder bar enthält
MatchDevicePath "/dev/input/event*" trifft auf alle Geräte zu, deren Pfad mit /dev/input/event beginnen

Die Optionen für die jeweiligen Treiber finden sich in den Manpages.

z.B.

man xorg.conf

Eine Möglichkeit um die MatchProduct und MatchVendor anzuzeigen ist

 udevadm info --export-db | grep  -Ew "(NAME|ID_VENDOR)"

TCP Port 6000 schließen

Standardmäßig startet X auf dem TCP Port 6000. Um dies zu unterbinden muss die Option -nolisten tcp in der Datei /usr/bin/startx zu der Variablen defaultserverargs hinzugefügt werden.

defaultserverargs="-nolisten tcp"

Falls X per kdm gestartet wird, scheint das startx Script nicht ausgeführt zu werden.

In diesm Fall muss die Option -nolisten tcp in der Datei /usr/share/config/kdm/kdmrc zu der Variablen ServerCmd hinzugefügt werden.

ServerCmd=/usr/bin/X -br -nolisten tcp

Die -br Option bewirkt, dass X mit einem schwarzen root-Fenster startet. Weitere Optionen des X Servers findet man auf der man page.

man Xserver

Nutzt man keinen Login-Manager um X zu starten und will /usr/bin/startx nicht verändern, kann man die Option(en) auch als Parameter angeben.

startx -- -nolisten tcp

Dies ist jedoch nur notwendig, wenn startx mit weiteren Optionen aufgerufen wird. Werden keine Optionen übergeben, so liest X die Datei /etc/X11/xinit/xserverrc bzw ~/.xserverrc.

Der erste Abschnitt -nolisten tcp ist unter Archlinux bereits eingetragen.

Xorg starten

Gestartet wird der X.org über /usr/bin/startx oder per Login-Manager. Bei der startx-Methode gibt es mehrere Möglichkeiten:

Nach Login manuell ausführen

startx muss nach dem Login manuell ausgeführt werden:

startx

Nach Login automatisch ausführen

startx wird nach dem Login (auf der 1. Konsole) automatisch ausgeführt. Dazu folgendes am Ende der ~/.bash_profile eintragen:

if [ "$(tty)" = "/dev/tty1" ]; then
   startx
fi

Soll der User beim Beenden von X automatisch wieder ausgeloggt werden, kann man noch logout hinzufügen:

if [ "$(tty)" = "/dev/tty1" ]; then
   startx
   logout
fi  

Mittels automatischem Login ausführen

Nebst dem vorherigen Punkt ist folgendes durchzuführen:

cp /usr/lib/systemd/system/getty@.service /etc/systemd/system/autologin@tty1.service

In der kopierten Datei folgende Zeile suchen und ändern: von

ExecStart=-/sbin/agetty --noclear %I

nach

ExecStart=-/sbin/agetty --noclear -a <username> %I 38400

Wobei <username> durch den Namen des Benutzers, welcher automatisch angemeldet (und ergo in dessen Benutzerkontext der Xserver gestartet) werden soll, ersetzt werden muss.
Den normalen getty Service deaktivieren:

systemctl disable getty@tty1

Den neuen Service aktivieren:

systemctl enable autologin@tty1

Beim nächsten Neustart wird der Rechner den Benutzer <username> automatisch auf tty1 anmelden.
Da dabei die ~/.bash_profile (s.o.) ausgeführt wird, wird im folgenden der Xserver gestartet.

Ohne Benutzerlogin starten

Um den Xserver gänzlich ohne Benutzerlogin zu starten, muss der Xserver als Systemd.service als root gestartet werden, da die rootless Funktion des Xservers nur mit einer Login Session (s.o.) funktioniert.

/etc/systemd/system/xorg-server.service
[Unit]
Description=Plain X.org server
Conflicts=getty@tty7.service display-manager.service

[Service]
Type=simple
ExecStart=/usr/bin/Xorg vt7 -nolisten tcp -noreset
Restart=on-failure

[Install]
WantedBy=graphical.target

Dieses Unit startet den Xserver als root auf dem virtuellen Terminal Nr. 7 (vt7, [Strg]+[Alt]+[F7]).
Entsprechend konfligiert er daher mit getty@tty7 da nur einer der beiden Dienste auf dem entsprechenden Terminal gestartet werden kann.
Sebstredend kann vt7 durch ein anderes Terminal oder ein virtuelles Display ersetzt werden.

Fehlersuche

Bei der Fehlersuche kann es hilfreich sein einen Blick in die Xorg Log Datei zu werfen.

Zur besseren Übersicht ist es empfehlenswert nur die Warnungen (WW) und Fehler (EE) anzeigen zu lassen.

grep -e WW -e EE /var/log/Xorg.0.log

Bekannte Probleme

X kann ACPI nicht laden

Steht in /var/log/Xorg.0.log

(WW) Open ACPI failed (/var/run/acpid.socket) (No such file or directory)

so liegt das wahrscheinlich daran, dass kein acpid-Daemon läuft.

Damit ACPI läuft muss das Paket installiert werden, mit

pacman -S acpid

Anschließend noch den acpid Daemon aktivieren

systemctl enable acpid

Strg+Alt+Backspace beendet X nicht

Die Tastenkombination Strg+Alt+Backspace zum sofortigen beenden von X ist standardmäßig deaktiviert.

Um das gewünschte Verhalten zu erhalten, muss

Option "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"

in der Datei /etc/X11/xorg.conf.d/00-keyboard.conf hinzugefügt werden.

Section "InputClass"
        Identifier "system-keyboard"
        MatchIsKeyboard "on"
        Option "XkbLayout" "de"
        Option "XkbVariant" "deadgraveacute"
        Option "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"
EndSection

Siehe auch

Grafiktreiber:

Treiber für Eingabegeräte:

Sonstiges:

Weblinks