The Arch Way

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(oder: Worum es bei Arch Linux eigentlich geht ...)

Arch Linux-Prinzipien und -Philosophie

Diese Seite versucht, die Prinzipien und die Philosophie hinter Arch Linux zu beschreiben. Es gab mal eine Zeit, da existierte kein schriftlich niedergeledigter Text über die Art, wie man Dinge unter Arch Linux erledigt. Sehr wahrscheinlich wird das nicht mehr vorkommen. Kurz gesagt steht Arch für:

  • Wahlfreiheit
  • "Halt-es-einfach"; KISS-Prinzip
  • Lernwillen, und
  • Benutzerkontrolle

Prinzipien

Ich (Judd Vinet) fing aus zwei Gründen an, Arch Linux aufzubauen: 1. Ich konnte keine Distribution finden, die meinen Idealen entsprach. Einige kamen ziemlich dicht an das heran, was ich wollte, doch es gab einige irritierende Missstände, oder unnötige Komplexitäten, die eher zu schaden als zu nutzen schienen. 2. Aus Spass - um der Freien Software-Gemeinschaft etwas zurückzugeben, nachdem ich soviel daraus gezogen hatte.

Seiner Grundnatur nach ist Arch:

  • leichtgewichtig und einfach. Beachte, dass dies nicht bedeutet, es sei für jedermann ...
  • NICHT als Einsteiger-Distro konzipiert; es wendet sich an erfahrene Benutzer. Das Ziel ist es, Arch zu einer perfekten Basis zu entwickeln, soweit dies menschenmöglich ist. Eine Basis enthält keine schicken Oberflächen-Werkzeuge oder automatische Konfigurations-Mechanismen, sondern setzt auf manuelle Konfiguration und wenige Grundfunktionen, die der Benutzer weiterentwickeln, und/oder mit denen er weiter lernen kann.
  • Nochmals, ein Geschenk: "um der Freien Software-Gemeinschaft etwas zurückzugeben, nachdem ich soviel daraus gezogen hatte." Wenn Du ein Geschenk bekommst, wird es normalerweise erwartet, dass Du auch etwas gibst. Nutzer von Arch Linux sind daher jederzeit eingeladen, ihre eigenen Ideen, Vorschläge und Werkzeuge beizusteuern.
  • Beachte, dass es zwei Seiten gibt, die etwas zu Arch Linux beitragen: Entwickler und Benutzer. Erwarte nicht, dass diese beiden Gruppen jemals eins werden. Doch beide leben in einer gegenseitigen Abhängigkeit, in der jeder aufnehmen kann, was er auf seiner Kiste haben will. Unsere ZIELE sind:
  • Dass NICHT grafische Oberflächen oder Konfigurations-Werkzeuge die Kontrolle über das System übernehmen, sondern dass diese immer vom Benutzer kontrolliert werden. Es ist nichts falsch an grafischen Oberflächen, solange sie dieses Prinzip beachten.
  • Dass man NICHT durch das begrenzt wird, was ein Werkzeug zu bieten hat. Wenn man ein Werkzeug entwickelt oder auswählt, sollte dies in einer bearbeitbaren und lesbaren Programmier-Sprache geschrieben sein, so dass andere Benutzer es verändern können, wenn sie dies wünschen KISS-Prinzip.
  • Im Kern seiner Entwicklung wird Arch Linux zu keiner Zeit in der nahen Zukunft IRGENDWELCHE "Einsteiger-freundlichen" Oberflächen oder Dienste zur Verfügung stellen.
  • Wir einfachen Entwickler werden uns weiterhin bemühen, Arch Linux als solide Basis für alle und jeden zur Verfügung zu stellen. Wenn ihr das dann aufpeppen wollt - nur zu! Freie Rede, freies Bier, und all dieses Zeug.

Philosophie

Das Werte-System, an dem sich die Entwicklung von Arch Linux orientiert:

  • Das KISS-Prinzip ist die Basis der Arch-Entwicklung.
  • Innerhalb von Arch bedeutet "einfach" nicht immer dasselbe wie in anderen Distros. Wir glauben, dass es wichtiger ist, etwas über die Hintergründe zu lernen, als etwas möglichst einfach erledigt zu bekommen.
  • Sich auf grafische Oberflächen-Werkzeuge zu verlassen, um ein System aufzubauen, wird dem Nutzer am Ende eher schaden: Es wird ein Punkt in der Zukunft kommen, an dem der Benutzer all das wissen muss, was die Oberflächen verbergen.
  • Wenn du versuchst, die Komplexität des Systems zu verbergen, landest Du am Ende bei einem noch komplexeren System. Stattdessen sollte man versuchen, das System möglichst einfach und aus dem Innern heraus möglichst logisch zu halten.
  • Früher oder später wirst Du lernen müssen, Dir Deine Informationen aus dem Internet und den Foren zu ziehen (wenn die man-pages nicht mehr ausreichen). Dies ist das Erste, was ein Einsteiger lernen sollte: Wo man was im Netz findet.
  • Während einige Nutzer vielleicht behaupten, diese oder jene Distro sei nicht wie andere, erlaubt Arch Linux den Benutzern, die Distro beliebig anzupassen, solange dies nicht gegen die Ideale des Entwurfs oder der Philosophie verstösst.
  • Arch Linux unterscheidet sich von anderen: Bei Arch ist der Benutzer nicht der einzige Bezugspunkt. Wir wollen die Entwicklung neuer Werkzeuge und der Dokumentation minimal halten, während wir gleichzeitig das Verständnis der inneren Operationen eines Linux-Systems maximieren möchten. Ein wachsames Auge auf das KISS-Prinzip und die generellen Prinzipien von Arch machen unter dem Strich eine andere Herangehensweise aus.
  • Die tolle Sache bei Beiträgen ist, dass Du nicht erst jemanden um Erlaubnis fragen musst. (Wie zu beweisen war.) Niemand kann Dich physisch davon abhalten, etwas zu schreiben, dass Du (persönlich) für nützlich hältst - selbst wenn die momentanen Machthaber das eher als Fluch denn als Segen ansehen. Schreib es auf und poste es als "Benutzer-Beitrag". Wenn andere Leute das mögen, wirst Du Rückmeldungen bekommen. Wenn so ziemlich jeder andere da draussen es total verabscheut, wirst Du gewiss auch Rückmeldungen bekommen - doch wen kümmert das? Es hat dich 20 Minuten gekostet, das zu schreiben - und Du hast etwas dabei gelernt. In dieser Situation kannst Du nur gewinnen, was auch immer sonst geschieht.
  • Arch Linux ist das, was Du daraus machst!

Kommentare

Was Benutzer über Arch Linux geschrieben haben:

  • "Ich habe einen Geschmackstest mit verschiedenen Distros versucht: Zenwalk, Redhat Fedora, Redhat Enterprise, T2, freebsd, netbsd, gobolinux und SUSE. Arch gewann knapp vor FreeBSD. Warum? Es war so einfach, X aufzusetzen, die Pakete waren SEHR aktuell und einfach zu installieren. Und ich musste nicht den ganzen Tag warten, bevor etwas kompiliert wurde - doch die Anwendungen sind i686-optimiert, und daher wirklich schnell. Ein Update des ganzen Systems hat nicht gleich Anwendungen zermalmt, wie das scheinbar bei Redhat der Fall war. Als Linux-Admin versuche ich als Erstes, eine Kiste aufzusetzen, dann installiere ich X für den Heimgebrauch, und dann möchte ich Anwendungen und Bibliotheken hinzufügen, so wie ich es für richtig halte. Wenn die Kiste erstmal läuft, überlasse ich es den Entwicklern, oder baue mir selbst was. Andere Distros hatten ein lahmes Paktverwaltungs-System, veraltete Pakete, oder es gab keine keine Doku, nach der man ein System ohe GUI konfigurieren konnte. Arch bietet mir den kürzesten Weg von A nach B. Für nähere Gründe, warum ich bei Arch bleibe, lies einfach Arch im Vergleich mit anderen Distributionen"
  • "Nachdem ich eine Menge mit anderen Distros verbracht habe (Debian, Gentoo, Mandrake, Redhat, Fedora, Slackware, und selbst FreeBSD), denke ich nun, dass ich die Distro gefunden habe, die ich so lange gesucht habe."
  • "Gleiche Erfahrung mit (K)ubuntu, Mandriva, und einigen anderen. Okay, openSUSE ist nett und einfach (das, was ich meiner Schwester empfehlen würde) (AdÜ: Fünf Euro in die Chauvi-Kasse!); aber Arch ist das Einzige, was wirklich rockt!" (AdÜ: Wieso darf Deine Schwester nicht abrocken?)
  • "Ich habe verschiedene Distros ausprobiert, und am Ende (erschlafft) selbst RHCE, doch irgendwo gab es bei jeder was zu meckern."
  • "Meine Traum-Distro war immer die Einfachheit von Slackware, gekoppelt mit der Abhängigkeits-Kontrolle von Debian. Und jetzt rate mal - genau das ist Arch."
  • "Ich habe mit Arch auch meine letzte Distro gefunden."
  • "Nachdem ich fast alle verfügbaren Distributionen ausprobiert habe, muss ich am Ende zustimmen, dass Arch die beste ist."
  • "Hallo an alle! Ich habe mich gerade registriert, damit von all meinen Problemen berichten und hier um Hilfe fragen kann. Das Witzige ist: ICH HAB KEINE PROBLEME! Ich kann es selbst nicht fassen, aber alles funktioniert! Ich habe Arch heute installiert, hatte ein paar kleine Probleme mit xorg und der Sound-Einrichtung - doch alles was ich brauchte, fand ich in der Doku und den Foren!"
  • "Ich habe Mandrake, Yoper, FC3/4, Mepis und Ubuntu ausprobiert. Ich suchte nach der perfekten Distro - und ich bin froh, dass ich Arch gefunden habe."
  • "Ich suchte immer nach einer einfach zu bedienenden Distro, die das System nicht aufbläht, und die konfigurierbar blieb, ohne dass das System zusammenbrach. Nachdem ich soviele Distros ausprobiert habe, ist Arch für mich der Weg in die Zukunft. Und was das beste ist: Es ist wie meine allererste Distro (Slackware), nur mit Zugaben wie Pacman und KDEmod."

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • i686-optimiert
  • Pacman: Schafft ein System-Upgrade mit einem einzigen Befehl: pacman -Syu
  • Pacman: Abhängigkeits-Kontrolle; es wird kein X oder eine GUI benötigt
  • Arch Build System: Es muss nur einmal ein Paket gebaut werden - eine neuere Version zu bauen, ist extrem einfach
  • Arch Build System: Du kannst alle Pakete auf deiner Maschine mit einem Kommando bauen
  • Allerneuste Pakete nach Deinem Wunsch, vollständig konfigurierbar
  • Die Leute hinter den Kulissen sind (gleichzeitig!) freundlich, motiviert, und fähig
  • Man kann ein funktionierendes System in weniger als 20 Minuten aufsetzen
  • Es ist die perfekte Umgebung, in der man Linux lernen kann
  • Es ist nicht sehr beliebt, da es kaum bekannt ist (doch ist das noch relevant?)

Nachteile

  • Pacman: braucht eine schnelle Internet-Verbindung, um immer aktuell zu bleiben (wird im Laufe der Zeit ein immer kleineres Problem)
  • Einige Probleme resultieren aus zu neuen Pakten ("bleeding edge")
  • Kompletter Mangel an Einsteiger-freundlichen Merkmalen
  • geringe Hardware-Erkennung (doch ist das relevant?)
  • Info-Dateien sind fast immer detaillierter als man-pages (z.B. gcc-info etc.)
  • Es ist nicht sehr beliebt, da es kaum bekannt ist