SysRQ

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Version vom 26. September 2013, 18:15 Uhr von Jewox (Diskussion | Beiträge) (siehe systemd-207)

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Jeder wird schon Mal erlebt haben, obwohl Linux sehr stabil läuft, dass sich das System vollkommen aufgehängt hat. All zu voreilig wird die Reset-Taste gedrückt, und Datenverlust riskiert.

Es gibt eine Lösung, die es erlaubt, das System sauber herunterzufahren. Im Kernel wird dafür die Option SysRQ verwendet. SysRQ ist eine "magische" Tastenkonfiguration, welche weiter unten näher beschrieben wird.

Zunächst muss SysRQ aktiviert werden. Dazu ist folgender Befehl als root auszuführen:

echo "1" > /proc/sys/kernel/sysrq

Um SysRQ dauerhaft zu aktivieren, muss die Datei /etc/sysctl.d/99-sysctl.conf editiert werden:

# Enable the magic-sysrq key
kernel.sysrq = 1

SysRQ ist auf einer Standard-Tastatur als Druck/S-Abf zu finden.

Tastenkombinationen Bedeutung
Alt + Druck/S-Abf + R nimmt X die Kontrolle über Maus und Tastatur (z. B. wenn X abgestürzt ist)
Alt + Druck/S-Abf + O System über APM niedergemacht
Alt + Druck/S-Abf + S schreibt die Daten aus dem Disk-Cache auf die Festplatte, es wird ein Sync durchgeführt
Alt + Druck/S-Abf + U umountet alle gemounteten Dateisysteme readonly
Alt + Druck/S-Abf + B reboot
Alt + Druck/S-Abf + M gibt Infos über den Speicher in der Konsole aus
Alt + Druck/S-Abf + K killt Prozesse auf dem Terminal
Alt + Druck/S-Abf + E sendet ein SIGTERM an alle Prozesse, außer Init
Alt + Druck/S-Abf + I sendet SIGKILL an alle Prozesse, außer Init
Alt + Druck/S-Abf + L sendet SIGKILL an alle Prozesse, inklusive Init


Um ein System „sauber“ herunterzufahren, kann man wie folgt vorgehen.

  • Alt + Druck/S-Abf + R (Setzt die Tastatur in raw-mode)
  • Alt + Druck/S-Abf + E (Prozesse werden sauber beendet (SIGTERM))
  • Alt + Druck/S-Abf + I (Für die widerspenstigen Prozesse, die sich nicht beenden lassen wollen (SIGKILL))
  • Alt + Druck/S-Abf + S (Daten aus dem Disk-Cache werden geschrieben (sync))
  • Alt + Druck/S-Abf + U (Hängt alle gemounteten Dateisysteme aus (umount))
  • Alt + Druck/S-Abf + B (Veranlasst einen Neustart (reboot))


Nach dem Auslösen von e sollte man den Prozessen ein paar Sekunden Zeit lassen, der Aufforderung, sich sauber zu beenden, nachzukommen.

Zu dieser Sequenz wird auch gerne die englische Eselsbrücke „Raising Elephants Is So Utterly Boring“ („Die Aufzucht von Elefanten ist absolut langweilig.“) empfohlen. Ein solches Vorgehen wird daher oft mit der Bezeichnung „raising the elephant“ umschrieben.

Siehe auch Fedora Project QA/Sysrq