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Auf dieser Seite kann und darf jeder nach Herzenslust herumprobieren und folglich sehen, was passiert.


Wo sind meine Förmchen und meine Schaufel??

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http://www.mediawiki.org/wiki/Transclusion

Das X window system, auch X oder X11 genannt, stellt unter Linux und anderen UNIX-artigen Betriebsystemen die grafische Oberfläche bereit. Die unter Linux wohl am meist genutze Implementierung ist X.org.

Installation

X.org wird mittels

# pacman -S xorg-server xorg-xinit xorg-utils xorg-server-utils

installiert. Diese Paketgruppe enthält die nötigsten Pakete.

Anschließend sollte der Treiber für die Grafikkarte installiert werden. Es stehen folgende zu Verfügung:

xf86-video-apm
xf86-video-ark
xf86-video-ati
xf86-video-chips
xf86-video-cirrus
xf86-video-dummy
xf86-video-fbdev
xf86-video-glint
xf86-video-i128
xf86-video-i740
xf86-video-imstt
xf86-video-intel
xf86-video-mga
xf86-video-neomagic
xf86-video-nv
xf86-video-nouveau
xf86-video-openchrome
xf86-video-radeonhd
xf86-video-rendition
xf86-video-s3
xf86-video-s3virge
xf86-video-savage
xf86-video-siliconmotion
xf86-video-sis
xf86-video-sisusb
xf86-video-tdfx
xf86-video-trident
xf86-video-tseng
xf86-video-unichrome (obsolet, instabil, unmaintained)
xf86-video-v4l
xf86-video-vesa
xf86-video-vga
xf86-video-via
xf86-video-vmware
xf86-video-voodoo

Nachdem der Treiber oder die Treiber ausgewählt worden sind, mit

pacman -S xf86-video-<Treiberpaket>

installieren.

Der Treiber xf86-video-vesa sollte immer funktionieren, bietet aber nur wenige Funktionen und ist äußerst langsam. Er ist also eher eine Notlösung, falls der eigentliche Treiber nicht funktioniert.

Weitere Informationen zur Installation der Treiber von AMD/ATI, Intel und Nvidia befinden sich in eigenen Beiträgen:

Konfiguration

X.org wird über die Dateien in

/etc/X11/xorg.conf.d/

konfiguriert.

Eine komplette Konfigurationsdatei wie bis zum X-Server 1.7 unter /etc/X11/xorg.conf ist nicht mehr notwendig.

Jetzt können unter /etc/X11/xorg.conf.d/ verschiedende Dateien mit der Endung *.conf angelegt werden z.B. für die Maus und Tastatur. Die Konfigurationsdateien werden alphabetisch eingelesen, was ermöglicht eine Einstellung mit einer später folgenden Datei zu überschreiben.

Eingabegeräte

Eingabegeräte lassen sich mittels InputClasses konfigurieren. Sie beziehen sich nicht auf ein einzelnes Gerät sondern auf eine ganze Klasse von Geräten. Dazu wird eine Section "InputClass" angelegt, in der mittels matches festgelegt wird, auf welche Geräte die nachfolgenden Einstellungen zutreffen sollen.

Soll lediglich ein deutsches Tastaturlayout eingestellt werden, befinden sich im Beitrag Arch Linux auf deutsch stellen weitere Informationen dazu.

Dieses Beispiel weist allen Tastaturen ein deutsches Tastaturlayout zu:

Section "InputClass"
       Identifier "keyboard"
       MatchIsKeyboard "yes"
       Option "XkbLayout" "de"
       Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection

Und wird z.B. unter /etc/X11/xorg.conf.d/20-keyboard.conf abgespeichert.

Es lassen sich auch mehrere Match* Option verwenden, um die Geräteklasse genauer anzugeben. Folgende Optionen sind verfügbar:

Option Beschreibung
MatchIsPointer, MatchIsKeyboard, MatchIsTouchpad, MatchIsTouchscreen, MatchIsJoystick trifft auf die jeweiligen Geräte zu
MatchProduct "foo|bar" trifft auf alle Geräte zu, deren Name foo oder bar enthält
MatchVendor "foo|bar" trifft auf alle Geräte zu, deren Herstellername foo oder bar enthält
MatchDevicePath "/dev/input/event*" trifft auf alle Geräte zu, deren Pfad mit /dev/input/event beginnen

Die Optionen für die jeweiligen Treiber finden sich in den Manpages.

z.B.

man xorg.conf

Eine Möglichkeit um die MatchProduct und MatchVendor anzuzeigen ist

 udevadm info --export-db | grep  -Ew "(NAME|ID_VENDOR)"

TCP Port 6000 schließen

Standardmäßig startet X auf dem TCP Port 6000. Um dies zu unterbinden muss die Option -nolisten tcp in der Datei /usr/bin/startx zu der Variablen defaultserverargs hinzugefügt werden.

defaultserverargs="-nolisten tcp"

Falls X per kdm gestartet wird, scheint das startx Script nicht ausgeführt zu werden.

In diesm Fall muss die Option -nolisten tcp in der Datei /usr/share/config/kdm/kdmrc zu der Variablen ServerCmd hinzugefügt werden.

ServerCmd=/usr/bin/X -br -nolisten tcp

Die -br Option bewirkt, dass X mit einem schwarzen root-Fenster startet. Weitere Optionen des X Servers findet man auf der man page.

man Xserver

Nutzt man keinen Login-Manager um X zu starten und will /usr/bin/startx nicht verändern, kann man die Option(en) auch als Parameter angeben.

startx -- -nolisten tcp

Dies ist jedoch nur notwendig, wenn startx mit weiteren Optionen aufgerufen wird. Werden keine Optionen übergeben, so liest X die Datei /etc/X11/xinit/xserverrc bzw ~/.xserverrc.

Der Ersteabschnitt -nolisten tcp ist unter Archlinux bereits eingetragen.

Xorg starten

Gestartet wird der X.org über /usr/bin/startx oder per Login-Manager. Bei der startx-Methode gibt es mehrere Möglichkeiten:

Nach Login manuell ausführen

startx muss nach dem Login manuell ausgeführt werden:

startx

Nach Login automatisch ausführen

startx wird nach dem Login (auf der 1. Konsole) automatisch ausgeführt. Dazu folgendes am Ende der ~/.bash_profile eintragen:

if [ "$(tty)" = "/dev/tty1" ]; then
   startx
fi

Soll der User beim Beenden von X automatisch wieder ausgeloggt werden, kann man noch logout hinzufügen:

if [ "$(tty)" = "/dev/tty1" ]; then
   startx
   logout
fi  

Ohne Login automatisch ausführen

startx wird beim Booten automatisch (ohne Login) ausgeführt.

folgende Datei kopieren:

cp /usr/lib/systemd/system/getty@.service /etc/systemd/system/autologin@tty1.service

In der kopierten Datei folgende Zeile suchen und ändern: von

ExecStart=-/sbin/agetty --noclear %I

nach

ExecStart=-/sbin/agetty --noclear -a USERname %I 38400

Wobei USERname durch den Benutzer der X starten soll, ersetzt werden muss.
Den normalen getty service sperren:

systemctl disable getty@tty1

Den neuen service freigeben:

systemctl enable autologin@tty1

Beim nächsten Neustart wird der Rechner ohne login mit dem Benutzer USERname durchstarten.

Fehlersuche

Bei der Fehlersuche kann es hilfreich sein einen Blick in die Xorg Log Datei zu werfen.

Zur besseren Übersicht ist es empfehlenswert nur die Warnungen (WW) und Fehler (EE) anzeigen zu lassen.

grep -e WW -e EE /var/log/Xorg.0.log

Bekannte Probleme

X kann ACPI nicht laden

Steht in /var/log/Xorg.0.log

(WW) Open ACPI failed (/var/run/acpid.socket) (No such file or directory)

so liegt das wahrscheinlich daran, dass kein acpid-Daemon läuft.

Damit ACPI läuft muss das Paket installiert werden, mit

pacman -S acpid

Anschließend noch den acpid Daemon aktivieren

systemctl enable acpid

Strg+Alt+Backspace beendet X nicht

Die Tastenkombination Strg+Alt+Backspace zum sofortigen beenden von X ist standardmäßig deaktiviert.

Um das gewünschte Verhalten zu erhalten, muss

Option  "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"

in der Datei /etc/X11/xorg.conf.d/20-keyboard.conf hinzugefügt werden.

Section "InputClass"
        Identifier "keyboard"
        MatchIsKeyboard "yes"
        Option "XkbLayout" "de"
        Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
        Option "XkbOptions" "terminate:ctrl_alt_bksp"
EndSection

Siehe auch

Grafiktreiber:

Treiber für Eingabegeräte:

Sonstiges:

Weblinks

Diese Seite beschreibt die Installation und Konfiguration des Window-Managers „Openbox“. Openbox ist ein Fenstermanager für X basierend auf dem Quellcode von Blackbox 0.65.0. Ab Version 3 wurde Openbox komplett in C neu geschrieben, lehnt sich jedoch immer noch an das Aussehen von Blackbox an (Wikipedia).

Installation

Openbox ist als openbox in extra verfügbar, und kann von dort mittels Pacman installiert werden.

pacman -S openbox

Nach der Installation wird folgende Meldung auf der Standardausgabe (stdout) ausgegeben:

Place menu.xml and rc.xml in ~/.config/openbox
They can both be found in /etc/xdg/openbox

Das kopieren der Dateien ist nötig, um die Einstellungen je Benutzer verwalten zu können. Wenn Openbox diese Dateien nicht vorfindet, werden die Dateien in /etc/xdg/openbox verwendet. Es ist sinnvoll, die Dateien in das eigene home-Verzeichnis zu kopieren, da ansonsten einige Tools (s.u.) nicht richtig arbeiten, und man zum Bearbeiten der Konfiguration ansonsten root-Rechte braucht.

Zuerst wird also das Verzeichnis angelegt, und dann die angegebenen Dateien in dieses Verzeichnis kopiert.

mkdir -p ~/.config/openbox
cp /etc/xdg/openbox/rc.xml ~/.config/openbox/
cp /etc/xdg/openbox/menu.xml ~/.config/openbox/

Damit Openbox beim Start von X gleich mitgestartet wird, und man es sofort verwenden kann, bedarf es eines Eintrages in der Datei „~/.xinitrc“. Es ist diese Datei also in einem Texteditor zu öffnen, und dort folgendes am Ende hinzuzufügen.

exec openbox-session

Sollte die Datei nicht existieren, so ist sie anzulegen.

Wer Openbox per Login Manager starten will, sollte sich mal SLiM ansehen. SLiM hat keine Abhängigkeiten zu Gnome oder KDE. Einen Überblick über verschiedene Login-Manager bietet der Wiki-Artikel Login-Manager.

Weitere Informationen hierzu finden sich im Artikel über X#Xorg starten.

Konfigurationswerkzeuge und -Dateien

Anzeige der Fensterkonfiguration in Obconf
Konfiguration des Openbox-Menüs über Obmenu
Tastenkombinationen mit Obkey anpassen
Die Desktopwechsel-Anzeige beim Wechseln auf einen mit „Temporär“ benannten Desktop
Das Desktop-Menü mit Anwendungen auf allen Desktops
Anzeige einer Konfiguration mittels obkey

Konfigurieren kann man Openbox über die Datei „~/.config/openbox/rc.xml“, jedoch gibt es für diese Aufgabe auch das grafische Interface "OBconf", welches zunächst installiert werden muss

pacman -S obconf

Gestartet wird das Programm mittels des Aufrufes „obconf“. Hier können nun diverse Anpassungen vorgenommen werden, so können zum Beispiel das Theme oder das Fensterverhalten angepasst werden, sowie die Fenstericons konfiguriert werden. Das Menü, das man sich über einen Rechtsklick auf dem Desktop anzeigen lassen kann, wird hier allerdings nicht konfiguriert, dies geschieht in der Datei „~/.config/openbox/menu.xml“. Natürlich gibt es auch für diese Datei ein grafisches Konfigurationstool. Dieses muss jedoch auch erst installiert werden.

pacman -S obmenu

Danach ist das Tool über den Aufruf von „obmenu“ zu starten. Dieses Tool bietet für die Konfiguration ausreichende Funktionen, unterstützt aber nicht alle Funktionen der menu.xml, so sind derzeit (2008-12-05, Version 1.0-5) Labels für Seperatoren – die diese dann zu Überschriften machen – nicht unterstützt. Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn man alle Menüs entfernt: Es kann kein neues Menü angelegt werden. Das „root-menu“ sollte darüber hinaus sowieso nicht entfernt werden. Innerhalb dieses Menüs wird alles angezeigt, was über Rechtsklick verfügbar ist.

Ein weiteres grafisches Programm, mit welchem Tastenkombinationen verändert werden können, heißt Obkey. Es wurde von einem Benutzer aus dem englischen Arch Forum programmiert und findet sich im AUR : http://aur.archlinux.org/packages.php?ID=23822

Desktopverwaltung

Openbox unterstützt selbstverständlich mehrere virtuelle Desktops. Diese können mit den Tastenkombinationen „Windowstaste+F*“ ausgewählt werden, wobei „F*“ eine der F-Tasten (F1 bis F12) ist, die Zahl der Taste entspricht dabei der Nummer des virtuellen Desktops, den man anwählen möchte. Zudem besteht die Möglichkeit, mittels Strg+Alt+CursorLinks/CursorRechts zum jeweils nächsten bzw. vorherigen Desktop zu wechseln. Auch das Drehen des Mausrades auf dem Desktop, bzw. bei gedrücktem Strg+Alt auch „in“ Anwendungsfenstern wechselt den Desktop.

Openbox verfügt neben dem Hauptmenü, das per Rechtsklick erreichbar ist, noch über ein Desktop-Menü. Dieses ist per Mittelklick auf eine freie Stelle des Desktops aufrufbar, und zeigt alle Anwendungen je Desktop an. mit einem Klick auf die jeweilige Anwendung, wird auf den entsprechenden Desktop gewechselt, und die Anwendung in den Vordergrund geholt. Anwendungen, die minimiert sind, werden in der Liste eingeklammert angezeigt.

Über dieses Menü ist es zudem möglich ad-hoc Desktops hinzuzufügen, oder zu entfernen, wenn auf den anderen Desktops mal kein Platz mehr sein sollte.

Wenn man allerdings lieber ein grafisches Verwaltungstool für die Desktops haben möchte, bedarf es eines Zusatztools. Allerdings befindet sich das originäre Openbox-Desktopverwaltungstool obpager nicht in den Repositories, sondern derzeit nur im AUR.

Wem es nur darauf ankommt, die Desktops grafisch verwalten zu können, der kann auch auf z.B. „bbpager“ zurückgreifen, das sich im „extra“-Repository von Arch befindet, und ganz normal über pacman installiert werden kann. Wer lieber den Openbox-Pager verwenden möchte, muss diesen aus dem AUR installieren (ausführliche Informationen dazu siehe AUR-Wikiseite).

Damit der Pager beim Start von Openbox auch mitgestartet wird, ist es sinnvoll, den Aufruf in die Autostart-Datei von Openbox zu legen. Diese befindet sich unter „~/.config/openbox/autostart.sh“, oder muss dort erst angelegt werden. In diese Datei wird nun …

obpager &

… geschrieben. Das Kaufmanns-Und am Ende ist wichtig, damit nachfolgende Befehle ebenfalls ausgeführt werden.

Menüverwaltung

Definition eines ein Pixel schmalen, linksseitigen Rahmens in obconf

Die beiden Openbox-Menüs, die standardmäßig auf Rechts- und Mittelklick liegen, und das Programm- bzw. Fenster-Menü anzeigen, können durch einen Klick nur erreicht werden, wenn man eine freie Stelle auf dem Desktop hat, wenn man Anwendungen wie die Textverarbeitung oder einen Browser im Vollbildmodus laufen lässt, hat man keine freie Fläche des Desktops zur Verfügung. Um dennoch auf die Menüs zugreifen zu können, gibt es zwei Möglichkeiten.

Rahmen einrichten

Um auf die Menüs zugreifen zu können, benötigt man den Desktop. Es reicht dabei auch, wenn lediglich ein Pixel des Desktops erreichbar ist. Dies kann man über die Openbox-Funktion der Rahmenverwaltung ermöglichen.

Durch einen ein Pixel schmalen Rahmen an einer beliebigen Fensterseite hat man auch bei maximierten Anwendungen immer die Möglichkeit, die Menüs zu öffnen, man muss lediglich den Mauszeiger bis an den Bildschirmrand bewegen und die entsprechende Maustaste drücken. Anwendungen werden von Openbox nie in dem definierten Bereich geöffnet. Fenster verdecken den Rahmen auch im Vollbildmodus nicht.

Konfiguriert werden kann der Rahmen über obconf. Dort befindet sich als vorletzter seitlicher Reiter der Punkt „Margins“. Auf dieser Registerkarte kann über das leicht verständliche GUI in Echtzeit für alle vier Kanten des Desktops ein Rahmen eingerichtet werden.

Will man den Rahmen lieber manuell konfigurieren, so findet man die dazu nötigen Einstellungen etwa in der Mitte der Datei „~/.config/openbox/rc.xml“ im Abschnitt „<desktops>[…]</desktops>“.

<margins>
  <top>0</top>
  <bottom>0</bottom>
  <left>0</left>
  <right>0</right>
</margins>

Der angegebene Wert entspricht dem Rand in Pixeln auf dieser Seite des Desktops.

Menüaufruftaste definieren

Will man keinen Rahmen definieren, besteht auch die Möglichkeit, den Aufruf der Menüs auf Tasten der Tastatur zu legen. Hierzu eignen sich eher ungenutzte Tasten wie „Rollen“ oder „Pause“ gut, allerdings kann es auch eine beliebige, von Openbox verwaltbare, aber eher unübliche Tastenkombination sein. Zum Beispiel könnte man das Fenster-Menü auf Strg+Shift+F12, und das Programm-Menü auf Strg+Shift+F11 legen, weil dies relativ leicht erreichbare, aber dennoch eher unübliche Tastenkombinationen sind.

Konfiguriert werden Tastenkombinationen in der Datei „~/.config/openbox/rc.xml“ relativ weit am Ende der Datei im Abschnitt „<keyboard>[…]</keyboard>“. Um die Menüs wie im vorherigen Absatz geschrieben auf Strg+Shift+F11 und Strg+Shift+F12 zu legen, müssen dort zwei Definitionen erstellt werden

<keybind key="C-S-F11">
  <action name="ShowMenu">
    <menu>root-menu</menu>
  </action>
</keybind>
<keybind key="C-S-F12">
  <action name="ShowMenu">
    <menu>client-list-combined-menu</menu>
  </action>
</keybind>

Danach muss die Konfigurationsdatei von Openbox neu eingelesen werden, dies wird mittels des Befehls …

openbox --reconfigure

… bewerkstelligt, und ist sofort wirksam. Nun können über den Druck auf Strg+Shift+F11 und Strg+Shift+F12 die Menüs auch geöffnet werden, wenn man sich mit dem Mauscursor innerhalb eines Nicht-Desktop-Fensters befindet.

Icons in Menüs

Beispielmenü mit Icons

Wenn man Menü-Icons verwenden möchte, muss man deren Verwendung zuerst in der rc.xml aktivieren, hierzu muss der menu-Abschnitt um <showIcons>yes</showIcons> erweitert werden. Nun können in der menu.xml für alle Menüs, Untermenüs, und Menüeinträge Icons definiert werden.

<menu id="die-id" label="das Label" execute="programm" icon="icon.png" />  # Pipemenü
<menu id="die-id" label="das Label" icon="/pfad/icon.png">                 # Normales Menü
<item label="Programm starten" icon=".icons/menu/mein_icon.png">           # Menüeinträge

Der Übersichtlichkeit halber wurden weitere nötige Tags weg gelassen, und nur der Anfangstag beschrieben. Für das einbinden von Icons können gängige Pfadangaben genutzt werden. Nach dem Bearbeiten muss mittels openbox --reconfigure oder, falls die Icons nicht übernommen werden, openbox --restart Openbox neu geladen werden.

Fensterverwaltung

Openbox ermöglicht es, Fenster unterschiedlich zu verwalten. So besteht die Möglichkeit, Firefox zum Beispiel immer 1024×768 Pixel groß zentriert auf dem zweiten Desktop zu öffnen, oder aber auch Die Werkzeugfenster von Gimp standardmäßig ohne Fensterumrandung darzustellen. Auch besteht die Möglichkeit, zu bestimmen, wo ein bestimmtes Fenster positioniert werden soll, indem man seine X- und Y-Koordinaten angibt.

Damit Openbox dies bewerkstelligen kann, muss in der Datei ~/.config/openbox/rc.xml im <applications>-Block ein Unterblock <application> mit folgender Syntax angelegt werden.

<applications>
  ...
  <application name="NAME" class="CLASS" role="ROLE" type="TYPE">
    ...PROPERTIES...
  </application>
  ...
</applications>

Von den Angaben name, class, role und type muss mindestens name oder class angegeben werden. Um die Fenster spezieller zu definieren, kann man zusätzlich noch weitere mit angeben. Außerdem ist zu beachten, dass name nicht der Fenstertitel ist. Ermitteln kann man die nötigen Informationen mittels des Programms obxprop, das im Openbox-Paket enthalten ist.

obxprop | grep "^_OB_APP"

Der Mauscursor wird nun als Fadenkreuz dargestellt. Wenn man nun ein Fenster anklickt, werden die Entsprechenden Informationen ausgegeben, die man dann in der Konfigurationsdatei von Openbox verwenden kann. Am Beispiel von Firefox ist dies

_OB_APP_TYPE(UTF8_STRING) = "normal"
_OB_APP_CLASS(UTF8_STRING) = "Firefox-bin"
_OB_APP_NAME(UTF8_STRING) = "firefox-bin"
_OB_APP_ROLE(UTF8_STRING) = "browser"

Beispiel: Fenster von Firefox anpassen

Anhand der Angaben und der Anfangs erwähnten Idee kann man nun in der rc.xml eine Anwendungsregel für Firefox definieren. Dazu erstellt man im Abschnitt <applications> ziemlich am Ende der Datei einfach einen neuen Eintrag:

<application class="Firefox-bin">
  <desktop>2</desktop>
  <position force="yes">
    <x>center</x>
    <y>center</y>
  </position>
</application>

Hier wird Firefox anhand seiner Klasse referenziert. Bei einigen Programmen kann es nötig sein, an die Klassendefinition als Wildcard-Zeichen ein Sternchen anhängen zu müssen, damit diese Definition auch greift.

Nach der Definition muss Openbox neukonfiguriert werden, dies geschieht mittels …

openbox --reconfigure

… und bedarf keines Neustarts von X oder Openbox. Alle ab sofort geöffneten Firefox-Hauptfenster werden nun zentriert auf dem zweiten Desktop angezeigt.

Beispiel: Gajim-Fenster anpassen

Möchte man zum Beispiel das das Fenster des Jabber-Messengers Gajim immer oben Rechts auf dem Bildschirm haben, und soll das Fenster beim Start in die Icon-Anzeigefläche („Systray“) minimiert werden, kann man folgendes benutzen:

<application class="Gajim.py">
  <position force="yes">
    <x>-100</x>
    <y>100</y>
  </position>
  <iconic>yes</iconic>
</application>

Hierdurch wird Gajim (bzw. alle Fenster deren Klasse Gajim.py lautet) oben rechts auf dem Desktop mit 100 Pixeln zum Rand ausgerichtet angezeigt, wenn man es sichtbar macht. Beim Starten wird das Fenster automatisch ins Systray minimiert.

<skip_pager>yes</skip_pager>
<skip_taskbar>yes</skip_taskbar>

Wenn man dies hinzufügt, wird das entsprechende Fenster auch nicht bei Alt+Tab oder in der Fensterliste angezeigt.

Weiteres

In der rc.xml von Openbox befindet sich im unteren Bereich eine ausführliche, auskommentierte, vollständig Dokumentierte Auflistung aller verfügbaren Optionen.

So bestehen zum Beispiel auch die Möglichkeiten, Fenster maximiert oder im Vollbildmodus darzustellen, oder zu bestimmen, ob das Fenster auf allen Desktops sichtbar sein soll, und auch, ob es einen Fensterrahmen besitzen soll.

Alle Optionen greifen nur, wenn das Fenster sie auch unterstützt. So kann man zwar definieren, dass PCManFM als Systray-Icon angezeigt werden soll, so lange der Dateimanager das aber nicht unterstützt, wird die Angabe einfach ignoriert.

Man muss auf jeden Fall etwas herumprobieren, bis man einerseits das Fenster „zu fassen bekommt“, und andererseits, bis man es mittels der verfügbaren Optionen so konfiguriert hat, wie man es braucht.

Openbox hat ausgereifte Funktionen, mehrere Bildschirme gleichzeitig zu verwalten (dies unterscheidet sich von XrandR, Xinerama, etc.). Dazu muss Openbox je Bildschirm ein mal gestartet werden.

DISPLAY=:0.0 openbox
DISPLAY=:0.1 openbox

Hiermit wird Openbox auf dem ersten und dem zweiten Display gestartet. Alle Instanzen können interagieren. Siehe Funktionsbeschreibung von MoveResizeTo im Openbox-Wiki

Außerdem gibt es noch OBApps. Das ist eine GUI, mit der man die „per-application“ Fenstereinstellungen konfigurieren kann. OBApps ist im AUR verfügbar.

Hintergrundbild anpassen

Openbox ist nicht darauf ausgerichtet, Hintergrundbilder zu verwalten. Man kann hier zum Beispiel auf den Bildbetrachter „feh“ zurückgreifen. Jedoch könnten dafür auch „display“ aus dem ImageMagick-Paket, „xsetbg“ oder „Nitrogen“ verwendet werden.

Der Wiki-Artikel Hintergrundbild anpassen bietet diesbezügliche, ausführliche Anleitungen, inklusive einiger Beispiele.

Weitere zusätzliche Dinge

Wie man X11-Maus-Cursor-Themes installiert wird im Wiki-Artikel Maus Cursor Themes beschrieben.

Openbox verfügt in der Grundinstallation nicht über einen Ausführ-Dialog. Der Wiki-Artikel Ausführen-Dialog zeigt verschiedene Programme auf, mit denen diese Funktionalität nachgerüstet werden kann.

Openbox hat keine eigene Funktion um Icons auf dem Desktop darzustellen. Wer darauf dennoch nicht verzichten möchte, kann z.B. iDesk, ROX, PCManFM oder auch Nautilus (plus 'gnome-settings-daemon') verwenden. ROX und PCManFM sind gleichzeitig auch noch schlanke Dateimanager.

Es gibt zahlreiche Panels, Pager, etc. die man mit Openbox verwenden kann. Zum Beispiel diese hier:

Um die gewünschten Programme beim Start von Openbox zu starten, sollte ein entsprechender Eintrag in der Openbox-Autostartdatei (s.o.) reichen.

Dateimanager

Da Openbox ein Fenstermanager ist, und keine Desktopumgebung, verfügt es nicht über einen Dateimanager. Eine Liste von Dateimanagern befindet sich im gleichnamigen Wiki-Artikel, oder in der Dateimanager-Wiki-Kategorie.

Desktopeffekte

Um auch unter Openbox Desktopeffekte wie Transparenz, Fensterschatten, Menü- und Fensteranimationen, etc. nutzen zu können, muss man einen Composite-Manager installieren. Für die Nutzung zusammen mit Openbox eignen sich zum Beispiel diese hier:

Weblinks