SSH

Aus wiki.archlinux.de
Version vom 28. November 2013, 05:40 Uhr von Dirk (Diskussion | Beiträge) (veraltet: nutz noch daemons, nutzt noch /etc/hosts.allow, etc.)

Wechseln zu: Navigation, Suche

Überarbeitung.png Dieser Artikel oder Artikelabschnitt bedarf einer stilistischen Überarbeitung laut Empfehlungen in Artikelstil.


20040916-achtung.jpg Dieser Artikel wurde als veraltet markiert, und sollte kontrolliert, und gegebenfalls korrigiert bzw. aktualisiert werden.

Secure Shell oder SSH ist ein Netzwerkprotokoll, welches den sicheren Datenaustausch zwischen zwei Computern über ein Netzwerk gestattet. SSH bietet dank Verschlüsselung Diskretion und Integrität der versendeten Daten. Als Verschlüsselungsverfahren wird ein asymmetrisches Kryptosystem (Verschlüsselung durch Public- und Private-Keys) eingesetzt, um den zugreifenden Computer und - falls benötigt - auch den zugreifenden Benutzer zu verifizieren.

SSH wird normalerweise benutzt, um sich in einem entfernten System einzuloggen und Kommandos auszuführen. Zusätzlich werden Tunneling, das Transmission Control Protocol (TCP) und X11 Verbindungen unterstützt. Datentransfer kann durch die Protokolle SFTP und SCP erreicht werden.

Standardmäßig lauscht der SSH-Server auf den Standard-TCP-Port 22. Ein SSH-Client-Programm wird normalerweise zur Herstellung einer Verbindung zu einem sshd (Secure Shell Daemon) benutzt. Beide Programme sind für die meisten modernen Betriebssysteme vorhanden. U.a. für Mac OS X, GNU/Linux, Solaris und OpenVMS. Proprietäre, freie und Open Source Versionen in unterschiedlicher Komplexität und Vollständigkeit existieren.

(Quelle: Secure Shell])

OpenSSH

OpenSSH (OpenBSD Secure Shell) ist eine Sammlung von Programmen, die eine verschlüsselte Verbindung über ein Computernetzwerk mit dem SSH-Protokoll erlauben. Sie wurde als eine Open-Source-Alternative zu der proprietären Secure Shell Software Suite des Unternehmens SSH Communications Security erstellt. OpenSSH wird als Teil des OpenBSD Projektes entwickelt und von Theo de Raadt geleitet.

OpenSSH wird gelegentlich mit dem ähnlich benannten OpenSSL verwechselt. Beide Projekte haben allerdings verschiedene Zwecke und werden von verschiedenen Teams entwickelt. Der ähnliche Name kommt allein von ähnlichen Zielen.

OpenSSH installieren

OpenSSH kann aus dem core-Repositorium einfach per Pacman installiert werden:

pacman -S openssh

SSH konfigurieren

Client

Die SSH-Client-Konfigurationsdatei wird unter /etc/ssh/ssh_config automatisch angelegt.


Hier eine Beispielkonfiguration:

#       $OpenBSD: ssh_config,v 1.25 2009/02/17 01:28:32 djm Exp $

# This is the ssh client system-wide configuration file.  See
# ssh_config(5) for more information.  This file provides defaults for
# users, and the values can be changed in per-user configuration files
# or on the command line.

# Configuration data is parsed as follows:
#  1. command line options
#  2. user-specific file
#  3. system-wide file
# Any configuration value is only changed the first time it is set.
# Thus, host-specific definitions should be at the beginning of the
# configuration file, and defaults at the end.

# Site-wide defaults for some commonly used options.  For a comprehensive
# list of available options, their meanings and defaults, please see the
# ssh_config(5) man page.

Host *
#   ForwardAgent no
#   ForwardX11 no
#   RhostsRSAAuthentication no
#   RSAAuthentication yes
#   PasswordAuthentication yes
#   HostbasedAuthentication no
#   GSSAPIAuthentication no
#   GSSAPIDelegateCredentials no
#   BatchMode no
#   CheckHostIP yes
#   AddressFamily any
#   ConnectTimeout 0
#   StrictHostKeyChecking ask
#   IdentityFile ~/.ssh/identity
#   IdentityFile ~/.ssh/id_rsa
#   IdentityFile ~/.ssh/id_dsa
#   Port 22
#   Protocol 2,1
#   Cipher 3des
#   Ciphers aes128-ctr,aes192-ctr,aes256-ctr,arcfour256,arcfour128,aes128-cbc,3des-cbc
#   MACs hmac-md5,hmac-sha1,umac-64@openssh.com,hmac-ripemd160
#   EscapeChar ~
#   Tunnel no
#   TunnelDevice any:any
#   PermitLocalCommand no
#   VisualHostKey no
HashKnownHosts yes
StrictHostKeyChecking ask

Es wird empfohlen, die Protokollzeile so zu ändern:

Protocol 2

Dies bedeutet, dass nur Protokoll 2 benutzt wird, da Protokoll 1 als unsicher gilt.


Daemon

Die Konfigurationsdatei des SSH-Daemons wird unter /etc/ssh/ automatisch angelegt.

Hier eine Beispielkonfiguration:

#	$OpenBSD: sshd_config,v 1.75 2007/03/19 01:01:29 djm Exp $

# This is the sshd server system-wide configuration file.  See
# sshd_config(5) for more information.

# This sshd was compiled with PATH=/usr/bin:/bin:/usr/sbin:/sbin

# The strategy used for options in the default sshd_config shipped with
# OpenSSH is to specify options with their default value where
# possible, but leave them commented.  Uncommented options change a
# default value.

#Port 22
#Protocol 2,1
ListenAddress 0.0.0.0
#ListenAddress ::

# HostKey for protocol version 1
#HostKey /etc/ssh/sshhostkey
# HostKeys for protocol version 2
#HostKey /etc/ssh/sshhostrsa_key
#HostKey /etc/ssh/sshhostdsa_key

# Lifetime and size of ephemeral version 1 server key
#KeyRegenerationInterval 1h
#ServerKeyBits 768 

# Logging
#obsoletes ~QuietMode and ~FascistLogging
#SyslogFacility AUTH
#LogLevel INFO 

# Authentication:
#LoginGraceTime 2m
#PermitRootLogin yes
#StrictModes yes
#MaxAuthTries 6

#RSAAuthentication yes
#PubkeyAuthentication yes
#AuthorizedKeysFile     .ssh/authorized_keys

# For this to work you will also need host keys in /etc/ssh/sshknownhosts
#RhostsRSAAuthentication no
# similar for protocol version 2
#HostbasedAuthentication no
# Change to yes if you don't trust ~/.ssh/known_hosts for
# RhostsRSAAuthentication and HostbasedAuthentication
#IgnoreUserKnownHosts no
# Don't read the user's ~/.rhosts and ~/.shosts files
#IgnoreRhosts yes

# To disable tunneled clear text passwords, change to no here!
#PasswordAuthentication yes
#PermitEmptyPasswords no 

# Change to no to disable s/key passwords
#ChallengeResponseAuthentication yes 

# Kerberos options
#KerberosAuthentication no
#KerberosOrLocalPasswd yes
#KerberosTicketCleanup yes
#KerberosGetAFSToken no 

# GSSAPI options
#GSSAPIAuthentication no
#GSSAPICleanupCredentials yes 

# Set this to 'yes' to enable PAM authentication, account processing,
# and session processing. If this is enabled, PAM authentication will
# be allowed through the ~ChallengeResponseAuthentication mechanism.
# Depending on your PAM configuration, this may bypass the setting of
# PasswordAuthentication, ~PermitEmptyPasswords, and
# "PermitRootLogin without-password". If you just want the PAM account and
# session checks to run without PAM authentication, then enable this but set
# ChallengeResponseAuthentication=no
#UsePAM no

#AllowTcpForwarding yes
#GatewayPorts no
#X11Forwarding no
#X11DisplayOffset 10
#X11UseLocalhost yes
#PrintMotd yes
#PrintLastLog yes
#TCPKeepAlive yes
#UseLogin no
#UsePrivilegeSeparation yes
#PermitUserEnvironment no
#Compression yes
#ClientAliveInterval 0
#ClientAliveCountMax 3
#UseDNS yes
#PidFile /var/run/sshd.pid
#MaxStartups 10 

# no default banner path
#Banner /some/path 

# override default of no subsystems
Subsystem       sftp    /usr/lib/ssh/sftp-server

Um den Zugriff nur für bestimmte Nutzer zu erlauben, füge folgende Zeile hinzu:

AllowUsers    user1 user2

Evtl. möchtest Du auch einige Zeilen ändern, so dass sie wie folgt aussehen:


Protocol 2

.

.

.

LoginGraceTime 120

.

.

.

PermitRootLogin no # (put yes here if you want root login)

Außerdem kann man die BANNER-Option einkommentieren und die Datei /etc/issue für eine nette Willkommensbotschaft bearbeiten.

Wahrscheinlich will man den Standard-Port von 22 auf irgendeinen höheren Port ändern (siehe dazu: security through obscurity).

Obwohl der Port, auf welchen SSH lauscht, von einem Port-Scanner wie nmap gefunden werden kann, wird die Änderung des Ports die Anzahl der automatischen Loginversuche merklich eindämmen.

Das Ausschalten von passwortbasierten Logins erhöht ebenfalls die Sicherheit, da jeder Nutzer, der sich auf dem Server anmelden will, einen SSH-Key erstellen muss (siehe dazu Using SSH Keys Sprache en.png).

Dazu ist in der Datei /etc/ssh/sshd_config einzutragen:

PasswordAuthentication no

ChallengeResponseAuthentication no

Erlaube Fremdzugriffe

Man muss diese Datei anpassen, um per SSH auf den Server zugreifen zu können, da diese in der Standardeinstellung leer ist. Um andere Benutzer per SSH auf den Server zugreifen zu lassen musst Du die Datei /etc/hosts.allow anpassen und folgendes hinzufügen:


# let everyone connect to you

sshd: ALL



# OR you can restrict it to a certain ip

sshd: 192.168.0.1



# OR restrict for an IP range

sshd: 10.0.0.0/255.255.255.0



# OR restrict for an IP match

sshd: 192.168.1.

Nun sollte man die Datei /etc/hosts.deny ansehen und sicherstellen, dass sie wie folgt aussieht:

ALL: ALL: DENY

Das war es. Du solltest nun einen funktionierenden SSH-Clienten und -Daemon haben.

Um die neue Konfiguration zu benutzen, starte den Daemon (als root) neu:

# systemctl restart sshd.service


Kontrolle des SSH Daemon

Automatischer Start beim booten:

# systemctl enable sshd.service

Um den Daemon zu starten/stoppen/neu starten, benutze man folgendes:

# systemctl {start|stop|restart} sshd.service

Mit dem Server verbinden

Um sich mit einem Server zu verbinden, führe man folgendes aus:

$ ssh -p port user@server-address

Tips und Tricks

Verschlüsselter Socks-Tunnel

Dies ist sehr nützlich für Laptop Benutzer, die zu unterschiedlichen, unsicheren Funknetzwerken verbunden werden. Das einzige, was man dafür braucht, ist ein laufender SSH-Server mit einem sicheren Anschluss, wie dein Home-PC oder dein Arbeitsplatzrechner. Es ist nützlich, einen dynamischen DNS Service wie DynDNS zu benutzen, um flexibel eine IP-Adresse zugewiesen zu bekommen.


Schritt 1: Starte die Verbindung

Nur ein einziges Programm ist im Terminal auszuführen, um die Verbindung zu starten:

$ ssh -ND localhost:4711 user@host

Dabei ist user der Benutzername auf dem SSH-Server, der als host läuft. SSH wird dich nach einem Passwort fragen und dich dann verbinden. Das N-Flag schaltet die interaktive Eingabeaufforderung ab und das D-Flag stellt den lokalen Port ein, auf den gelauscht werden soll. Die Angabe von localhost: bewirkt, dass nur vom eigenen Computer aus auf den Tunnel zugegriffen werden kann. Die Port-Nummer kann beliebig gewählt werden.

Ein Weg, dies zu vereinfachen, ist, einen Alias wie den folgenden in die ~/.bashrc (oder je nach der eingesetzten Shell) hinzuzufügen:

alias sshtunnel="ssh -ND localhost:4711 -v user@host"

Es ist praktisch, das v-Flag (für verbose - gesprächig) hinzuzufügen, da man dank diesem in dem SSH-Output ablesen kann, ob man verbunden ist. Nun muss man nur noch das sshtunnel-Kommando ausführen :)

Schritt 2: Konfiguriere deinen Browser (oder andere Programme)

Der vorherige Schritt ist vollkommen nutzlos, wenn du deinen Web Browser (oder andere Programme) nicht so konfigurierst, dass sie den neuen Socks-Tunnel benutzen.

  • Für Firefox: Edit → Preferences → Advanced → Network → Connection → Setting:
Markiere die "Manual proxy configuration" Option und schreibe "localhost" in das "SOCKS host" Textfeld. Dann gib deine Port-Nummer im nächsten Feld an.
Stelle sicher, dass du SOCKS4 als das zu benutzende Protokoll angibst, da diese Einstellungen nicht für SOCKS5 funktionieren.

Viel Spaß mit deinem sicheren Tunnel!

X11 weiterreichen

Um grafische Programme durch eine SSH-Verbindung zu benutzen, musst du das Weiterreichen von X11 aktivieren. Dafür müssen die Konfigurationsdateien auf dem Server und Client (in diesem Fall ist der "Client" dein Desktop PC (oder Laptop) auf dem der X11-Server läuft und du wirst Grafische Programme auf dem "Server" laufen lassen).

Installiere xorg-xauth auf dem Server:

# pacman -S xorg-xauth


  • Aktiviere die AllowTcpForwarding Option in der sshd_config auf deinem Server.
  • Aktiviere die X11Forwarding Option in der sshd_config auf deinem Server.
  • Ändere die X11DisplayOffset Option in der sshd_config auf deinem Server auf 10.
  • Aktiviere die X11UseLocalhost Option in der sshd_config auf deinem Server.
  • Aktiviere die ForwardX11 Option in der ssh_config auf deinem Client.

Um X weiter zu reichen, logge dich auf deinem Server per SSH ein:

# ssh -X -p port user@server-address

Wenn du bei dem Versuch, grafische Programme zu starten, Fehlermeldungen erhältst, versuche stattdessen sicheres Weiterreichen:

# ssh -Y -p port user@server-address

Nun kannst du jedes grafische Programm auf deinem Server starten und die Informationen werden zu deinem Client weitergeleitet:

# xclock

Port Forwarding mit SSH

Falls es einmal zu dem Fall kommen sollte, dass man vom Zielserver aus auf einen anderen zugreifen möchte, dies aber von seinem lokalen Rechner aus durchführen will, kann man bestimmte Ports durch die SSH-Verbindun hindurch leiten. Als Anwendungsbereich könnte das Szenario vorkommen, dass ein bestimmter Rechner B auf mehrere Zielsysteme (Rechner C) Zugriff hat, Rechner C jedoch von unserem Rechner (Rechner A) nicht verfügbar ist. Daher wollen wir unsere Anfragen vom Rechner A über den Rechner B an Rechner C weiter leiten. Für Rechner C sieht es dann so aus, als würde lediglich Rechner B auf ihn zugreifen.

Rechner A --> ssh-Verbindung --> Rechner B --> Port Weiterleitung --> Rechner C

einfache Port Weiterleitung

Das ganze führt man wie folgt durch. Auf Rechner B muss zunächst das Portforwarding aktiviert sein. In der sshd_conf nimmt man also auf Rechner B folgende Einstellungen vor:

#AllowTcpForwarding No

Dieser Wert sollte auskommentiert werden. Nun kann man auf dem Rechner A folgendes eingeben:

ssh -g -L PORT_Rechner_A:IP_Rechner_C:PORT_Rechner_C Benutzername@IP_Rechner_B
ssh -g -L 80:192.168.10.10:80 root@192.168.10.1

Falls dieser Aufruf dazu diente, auf den Webserver des Rechners C (IP: 192.168.10.10) zuzugreifen, kann nun anschliessend kann auf Rechner A im Webbrowser folgendes eingegeben werden:

localhost:80

Die Ausgaben des lokalen Ports 80 werden (bei geöffneter SSH Verbindung) nun durch den Rechner B (192.168.10.1) auf den Port 80 des Rechners C (192.168.10.10) weiter geleitet. Für Rechner C (dem Webserver) sieht dies nun so aus, als würde Rechner B auf ihn zugreifen. Das ganze funktioniert jedoch nur so lange, wie die SSH Sitzung zu Rechner B aufgebaut bleibt. als Hinweis sei noch gegeben, dass der Quell-Port auf Rechner A nicht dem Zielport auf Rechner C entsprechen muss. Falls der Webserver des Rechners C nicht auf dem Standard Port 80 läuft, sondern ggf. auf Port 8080, so kann auch folgendes durchgeführt werden:

ssh -g -L 80:192.168.10.10:8080 root@192.168.10.1

Der Aufruf im Webbrowser des Rechners A bleibt in diesem Falle auf Port 80, wird jedoch auf Port 8080 auf den Zielrechner weiter geleitet.

Port-Weiterleitung mehrerer Ports gleichzeitig

Falls der Dienst, welchen man auf Rechner C nutzen möchte nicht nur einen Port benötigt (Beispielsweise Windows Freigaben), so benötigt man mehrere Ports. Im Beispiel der Windows Freigaben werden die Ports 137, 138 und 139 benötigt. Dies könnte man entweder durch drei gleichzeitige SSH Sitzungen auf den Mittelrechner (Rechner B) erreichen:

ssh -g -L 137:192.168.10.10:137 root@192.168.10.1
ssh -g -L 138:192.168.10.10:138 root@192.168.10.1
ssh -g -L 139:192.168.10.10:139 root@192.168.10.1

oder aber, wir nutzen in einer SSH Sitzung gleich mehrere Port-Weiterleitungen gleichzeitig:

ssh -g -L 137:192.168.10.10:137 -L 138:192.168.10.10:138 -L 139:192.168.10.10:139 root@192.168.10.1

Falls wir also anschliessend auf die Freigaben von Rechner A zugreifen, indem wir "localhost\Freigabe" benutzen, bekommen wir als Ergebnis die Windows Freigaben des Rechners C.

Lokale Weiterleitung vs. Remote Weiterleitung

Der Schalter "-L" besagt, dass hier eine Lokale Weiterleitung genutzt wird. Dies ist eine Art Richtungsangabe für die Portweiterleitung. Anfragen auf unseren angegebenen Lokalen Port werden also an den "Server" des Rechners C weiter geleitet. Falls die Konstellation jedoch anders herum ist, und der Webserver auf dem Rechner A laufen sollte, kann in diesem Falle Rechner C nicht auf unseren zugreifen. Die Art "Lokale Weiterleitung" besagt also, dass Rechner A als Client tätig ist, und Rechner C als Server. Nutzen wir jedoch statt dem Schalter "-L" den Schalter "-R", so wird aus der Lokalen Weiterleitung eine "Remote Weiterleitung". Zwar ist es unserem Rechner A nicht möglich, auf Dienste des Rechners C zuzugreifen, wir räumen jedoch in diesem Fall Rechner C die Möglichkeit ein, auf unseren Port zuzugreifen.

Befehle remote ausführen

Per SSH ist es auch möglich, lediglich kurz eine SSH Verbindung zu öffnen, auf der Gegenseite einen Befehl auszuführen und anschliessend sofort die SSH Verbindung zu beenden. Dies geht etwa folgendermaßen:

ssh root@192.168.10.1 "ls -lah"

Dies würde lediglich eine SSH Verbindung zum Rechner 192.168.10.1 öffnen, dort kurz den Befehl "ls -lah" ausführen, die Ausgabe lokal auf der Konsole ausgeben und anschliessend die SSH Verbindung wieder schliessen. Dies kann unter Umständen sehr nützlich sein, um Skripte im größeren Umfang zu schreiben. Eine weitere Einsatzmöglichkeit zeigt sich durch die Verwerndung von Pipes:

dd if=/root/Archiv.tar.gz | ssh root@192.168.10.10 "dd of=/root/Archiv.tar.gz"

In diesem Fall würde auf dem lokalen Rechner die Datei /root/Archiv.tar.gz per dd in die Standard-Ausgabe geleitet werden, per Pipe in die Standard-Eingabe des folgenden Befehls, welcher diesen durch die SSH Sitzung an dort gestarteten Befehl weiter leitet. So wäre auch ein Kopieren einer Datei durch eine SSH Sitzung möglich. Auch das kopieren kompletter Partitionen wird hierbei interessant, allerdings sollte vorher entweder mit gzip gearbeitet werden, da sonst sehr viel Traffic aufkommt und dies mitunter sehr lange dauern kann:

# unkomprimiert:
dd if=/dev/sda2 | ssh root@192.168.10.1 "dd of=/dev/sda2"
# komprimiert:
dd if=/dev/sda2 | gzip | root@192.168.10.1 "gunzip | dd of=/dev/sda2"

Speed up SSH

Die von SSH genutzte Verschlüsselungsmethode zu weniger rechenintensiven zu ändern, kann die Geschwindigkeit verbessern. Nach diesem Aspekt sind Arcfour und Blowfish-CBC die besten Alternativen. Um sie zu benutzen, führe SSH mit dem c-Flag aus:

# ssh -c arcfour,blowfish-cbc user@server-address

Um sie immer zu benutzen, füge diese Zeile unter dem Punkt "Host" in deiner /etc/ssh/ssh_config ein:

Ciphers arcfour,blowfish-cbc

Eine andere Option, die die Geschwindigkeit verbessern kann, ist das Einschalten der Kompression mit dem C-Flag. Eine dauerhafte Lösung ist es, folgende Zeile unter dem Punkt "Host" in deiner /etc/ssh/ssh_config hinzuzufügen:

Compression yes

Die Login-Zeit kann reduziert werden, wenn das 4-Flag benutzt wird. Dieses schaltet IPv6 aus. Die dauerhafte Lösung in diesem Fall ist es, folgende Zeile unter dem Punkt "Host" in deiner /etc/ssh/ssh_config hinzuzufügen:

AddressFamily inet

Ein anderer Weg um diese Änderungen dauerhaft zu machen ist, einen Alias in der ~/.bashrc (oder dem Gegenstück von anderen Shells) zu erstellen:

alias ssh='ssh -C4c arcfour,blowfish-cbc'

Letztendlich kannst du alle Verbindungen zu dem selben Host nur eine einzige Verbindung benutzen lassen, was dir einen wahren Geschwindigkeit-Boost geben sollte. Füge dafür folgende Zeilen unter dem Punkt "Host" in deiner /etc/ssh/ssh_config ein:

ControlMaster auto
ControlPath ~/.ssh/socket-%r@%h:%p


Trouble Shooting

Stelle sicher, dass deine DISPLAY-Variable vom andern Ende der Verbindung auflösbar ist:

ssh -X user@server-address

server$ echo $DISPLAY

localhost:10.0

server$ telnet localhost 6010

localhost/6010: lookup failure: Temporary failure in name resolution   


Wenn dieser Fehler auftaucht, solltest du localhost zu deiner /etc/hosts hinzufügen.

Ein entferntes Filesystem mit SSHFS mounten

Zuerst muss SSHFS installiert werden:

# pacman -S sshfs

Nun muss das Fuse-Modul geladen werden:

# modprobe fuse

Modul automatisch beim Systemstart laden: Kernel Module.


Mounte den entfernten Ordner mit SSHFS:

# mkdir ~/remote_folder

# sshfs USER@remote_server:/tmp ~/remote_folder

Das Kommando oben wird den Ordner /tmp auf dem Server in den Ordner ~/remote_folder auf deinem lokalen Computer einhängen. Schreibvorgänge in diesem Ordner werden per SFTP ausgeführt.


Wenn du mit der Arbeit auf dem Server fertig bist, kannst du den Ordner mit folgendem Befehl wieder aushängen:

# fusermount -u ~/remote_folder

Wenn du häufiger an diesem Ordner arbeitest, kannst du ihn mithilfe der /etc/fstab automatisch beim Systemstart oder manuell (z.B. per # mount -a) einhängen. So könnte solch ein Eintrag aussehen:

sshfs#USER@remote_server:/tmp /full/path/to/directory fuse    defaults,auto,allow_other    0 0

Autologout verhindern

Deine SSH-Session wird nach einiger Zeit beendet, wenn du zu lange inaktiv warst. Um dies zu verhindern, muss folgendes in die ~/.ssh/config oder in die /etc/ssh/ssh_config geschrieben werden:

ServerAliveInterval 120

Dies sendet alle 120 Sekunden ein "keep alive"-Signal zu dem Server.

Natürlich kannst du auch eingehende Verbindungen lebendig halten. Füge dafür folgendes deiner /etc/ssh/sshd_config auf dem Server hinzu:

ClientAliveInterval 120

Sichere Verbindungsdaten in der .ssh/config

Wann immer du dich zu einem Server verbinden willst, musst du zumindest dessen Adresse und deinen Benutzernamen angeben. Um dir diese Tipparbeit für regelmäßige Verbindungen zu ersparen, kannst du deine ~/.ssh/config benutzen:

Host myserver

   HostName 123.123.123.123

   Port 12345

   User bob

   # IdentityFile ~/.ssh/privater_key   #### Falls ein privater Schlüssel vorhanden ist, kann er hier angegeben werden

Host other_server

   HostName test.something.org

   User alice

   CheckHostIP no         ### Dies verhindert die Kontrolle der IP des Hosts mit der IP, die in ~/.ssh/known_hosts eingetragen wurde. Hilfreich bei Hosts hinter dynamischen IPs

   Cipher blowfish

Nun musst du nur den Namen des Servers eingeben, um dich mit ihm zu verbinden:

$ ssh myserver

Für eine komplette Liste von Optionen siehe die ssh_config Manpage oder die ssh_config Documentation auf der offiziellen Homepage.

Siehe auch

Weblinks